Norwegen: Rückkehr des Übertourismus

Welterbe in Bergen ächzt unter Touristenmassen: Wird bald Eintritt verlangt?

Das Hanseviertel von Bergen, Bryggen, ist seit 1979 Unesco-Weltkulturerbe.

Das Hanseviertel von Bergen, Bryggen, ist seit 1979 Unesco-Weltkulturerbe.

Norwegen fürchtet um den Touristenhotspot Bryggen in Bergen. Das Hanseviertel mit den historischen Handelskontoren und den roten Holzhäusern, seit mehr als 40 Jahren Unesco-Weltkulturerbe, erlebt derzeit so große Touristenmassen, dass es an die Bausubstanz der im 17. und 18. Jahrhundert errichteten Gebäude geht.

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Nach zwei Jahren Corona-Pause sei der Übertourismus in diesem Sommer zurückgekehrt, moniert Bernt-Håvard Øyen von der Stiftung Bryggen gegenüber der Zeitung „Dagbladet“. Die Folgen: Nicht nur, dass Menschen Abfall hinterließen und sich Teile der Verkleidung der historischen Gebäude als Souvenir mit nach Hause nehmen, sondern auch die Abnutzung durch zu viele Menschen, die zur selben Zeit durch die engen Gassen wollen, sei hoch.

Der Tourismus ist zurück in Bergen - Kreuzfahrten als Problemfall

Während sich die Betreiberinnen und Betreiber der Shops in den 60 Häusern freuen, endlich wieder Geld zu verdienen, stehe seine Organisation vor der gleichen Herausforderung wie vor Corona-Zeiten. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf Kreuzfahrtpassagierinnen und Kreuzfahrtpassagieren. Hier fallen teilweise Tausende Menschen gleichzeitig in der Stadt mit 272.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ein – und sie pilgern nahezu alle direkt zur wichtigsten Sehenswürdigkeit von Bergen: Bryggen.

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Durch die vielen Touristinnen und Touristen verlieren die historischen Gebäude in Bryggen an Substanz.

Durch die vielen Touristinnen und Touristen verlieren die historischen Gebäude in Bryggen an Substanz.

Eintritt, Schutzhüllen für Häuser, Besucherlenkung: Bergen diskutiert

Denkbar sind der Stiftung zufolge nun verschiedene Modelle, um die Besucherinnen und Besucher des Weltkulturerbes besser zu lenken. Der bisherige Versuch, dass sich größere Reisegruppen vorab melden, damit nicht alle zur gleichen Zeit die gleichen Gassen wählen, ist gescheitert. „Bryggen wird als öffentliches und allgemein zugängliches Gelände verstanden“, sagt Øyen, „das macht es so schwierig für uns, Regeln durchzusetzen.“

Eine Idee: Gewisse Gassen, die besonders verletzlich sind, könnten von größeren Gruppen gemieden werden müssen. Eine andere Idee: Wer nicht alleine, sondern in Begleitung von Guides – etwa bei organisierten Landgängen von Kreuzfahrtanbietern – Bryggen besucht, muss eine kleine Summe zahlen, um die Arbeit der Stiftung zu unterstützen und sich an den Instandhaltungskosten und der Restauration zu beteiligen. Eine andere Idee ist es, eine Art Schutzhülle um die historischen Gebäude zu legen, eine Art Verkleidung. „Es ist traurig, dass es so weit gekommen ist. Aber wir müssen versuchen, zu schützen, was wir können“, so Øyen.

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RND/msk

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