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VON ARNE BOECKER STADTHAGEN

An Helmut Tadge kam keiner vorbei

Unvergessen: Helmut Tadge (links) war ein starker Zweikämpfer und fairer Sportsmann.

Unvergessen: Helmut Tadge (links) war ein starker Zweikämpfer und fairer Sportsmann.

VON ARNE BOECKER STADTHAGEN. In den sechziger und siebziger Jahren hatten FC-Trainer freitags nicht viel Arbeit, wenn sie die Aufstellung basteln wollten. Als erstes schrieben sie den Namen Helmut Tadge hin, das war der Libero mit der 5. Vor ihm stand als Vorstopper Wolfgang Schophaus mit der 4, hinter ihm Rolf Reuther, die 1 auf dem Rücken. Die 10 bekam Spielmacher „Fliege“ Müller, vorne stürmte mit der 9 Hardwin Büsking, als Rechts- und Linksaußen wirbelten „Manne“ Berger mit der 7 und „Kiste“ Fahlbusch mit der 11. Das Fundament des Erfolgs war jedoch die Abwehrachse Tadge/Schophaus. Wer an Wolfgang Schophaus vorbei kam, der scheiterte garantiert an Tadge.

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Über Jahre spielte der FC damals in der Verbandsliga, der fünfthöchsten Spielklasse. Die Gegner hießen SV Linden 07, VfV Hildesheim, TusPo Petershütte. Der VfL Bückeburg – heute unumstritten der bestgeführte Fußballklub weit und breit – gurkte im Kreis herum. Selten kamen weniger als 500 Zuschauer auf den Sportplatz, Spitzenspiele überschritten locker die 1000er-Grenze.

Akkurat gescheitelte Haare, gewienerte Fußballschuhe (selbstverständlich schwarz-weiße „Adidas“), weißes Feinripp unter dem Trikot – so war das damals. Tadge galt immer als fairer Sportsmann, der es als eleganter Techniker allerdings verstand, hart zu verteidigen. Über Jahre, bis an seinen 50. Geburtstag heran, spielte der Kern der alten Verbandsliga-Elf in der “Dritten“ des FC weiter. Manchmal ließen die Alten FC-Manager Dietmar Meier-Brahm mitspielen, der eigentlich zur „Vierten“ zählte. „Als junger Spieler habe ich im Zweikampf mit Helmut gelernt, dass es wenig sinnvoll ist, in Ellenbogen zu rennen, wenn ich blaue Flecken vermeiden will“, sagt Markus Kater, der damals mit SW Enzen II gegen FC III spielte. Vor Tadge hatten alle Respekt, Kater sagt es so: „Man hätte ihn lieber in der eigenen Mannschaft gehabt.“

Während seiner langen Laufbahn lehnte Tadge viele Angebote anderer Vereine ab, blieb den Blauhemden treu und absolvierte weit über tausend Spiele für den Verein. Nachdem Tadge die Fußballschuhe dann doch an den Nagel gehängt hatte, wurde sein Toto-Lotto-Laden in der Obernstraße zum Treff für eingeschworene FCer. Vor allem freitags handelten Fans hier Nachrichten und Gerüchte aus dem heimischen Fußball, milde belächelt von Tadges Ehefrau Christa.

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Könnte sehr lange dauern, bis beim FC wieder einer spielt wie Helmut Tadge.

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