Winterspiele in Peking

Olympia 2022 im Liveblog: Thomas Bach beendet Spiele von Peking

IOC-Präsident Thomas Bach während der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele im Pekinger Vogelnest.

IOC-Präsident Thomas Bach während der Abschlussfeier der Olympischen Winterspiele im Pekinger Vogelnest.

Die Olympischen Winterspiele in Peking sind beendet. In den vergangen zwei Wochen haben knapp 3000 Athletinnen und Athleten um Gold, Silber und Bronze gekämpft, für das Team Deutschland waren 149 Sportlerinnen und Sportler am Start.

Auch wenn Deutschland mit insgesamt 27 Medaillen (12 x Gold, 10 x Silber, 5 x Bronze) auf dem zweiten Rang der Gesamtwertung steht – nur Norwegen holte mehr Goldmedaillen – fällt die Bilanz durchwachsen aus. Positiv hervorzuheben ist vor allem das Langlauf-Team. Nach der Silbermedaille in der Staffel, gewannen Katharina Hennig und Victoria Carl im Team-Sprint sensationell Gold.

Im Eiskanal in Yanqing dominierten deutsche Sportlerinnen und Sportler. Rodeln, Bob, Skeleton: Nur im Monobob gingen die Athletinnen leer aus – in allen anderen Disziplinen heißt es: Gold für Deutschland – mindestens. Francesco Friedrich erreichte historisches. Als erster Bob-Pilot überhaupt gewann er bei zwei Olympischen Spielen in Folge jeweils im Zweier- und im Viererbob.

Besonders das Biathlon-Team hatte sich aber mehr versprochen. Nach einem guten Auftakt mit der Gold-Medaille von Denise Herrmann im Einzel, legte nur noch die Damen mit Bronze in der Staffel nach. Die Herren bleiben erstmals seit den Spielen 2010 in Vancouver ohne Edelmetall. Auch die Snowboarder dürften sich mehr versprochen haben – sie gingen ebenfalls leer aus.

Neben sportlichen Erfolgen bei den Winterspielen in Peking steht auch die Kritik am Veranstalter IOC und dem chinesischem Regime im Mittelpunkt. Bereits vor dem Ende der Spiele hat die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch ein ernüchternde Bilanz gezogen. IOC-Präsident Thomas Bach sprach bei der Abschlussfeier hingegen von „wahrhaft außergewöhnlichen Spielen“.

Verfolgen Sie alle Ergebnisse, News und Debatten im Liveblog zu Olympia 2022:

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Olympia 2022: Der Zeitplan

Athletinnen und Athleten aus aller Welt kämpfen vom 4. Februar bis zum 20. Februar um Gold, Silber und Bronze. Folgend alle Medaillenentscheidungen im Überblick:

Wie viele Sportarten gibt es bei den Olympischen Winterspielen 2022?

Die Winterspiele in Peking umfassen neun Sportarten mit 15 Disziplinen. In insgesamt 109 Wettkämpfen werden Medaillen vergeben. Davon sind 52 für Männer und 46 für Frauen ausgelegt. Hinzu kommen noch elf Mixed-Wettbewerbe – wo Frauen und Männer im Team antreten.

Folgende Sportarten sind bei Olympia 2022 vertreten:

  1. Biathlon
  2. Bobsport (Bob und Skeleton)
  3. Curling
  4. Eishockey
  5. Eislauf (Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Shorttrack)
  6. Rennrodeln
  7. Skisport (Freestyle-Skiing, Ski alpin)
  8. Ski nordisch (Nordische Kombination, Skilanglauf und Skispringen)
  9. Snowboard

Im Vergleich zu den vergangenen Winterspielen in Pyeongchang 2018 gibt es sieben Medaillenentscheidungen mehr.

Folgende Wettbewerbe sind in Peking neu dabei:

  • Biathlon: 2x6/2x7,5-km-Mixed-Staffel ist durch 4x6-km-Mixed-Staffel ersetzt worden.
  • Shorttrack und Skispringen: Jeweils ein Mixed-Wettbewerb
  • Bobsport: Monobob der Frauen
  • Freestyle-Skiing: Mixed-Teamwettbewerb im Springen sowie ein Big-Air-Wettkampf für Männer und für Frauen
  • Snowboard: Mixed-Teamwettbewerb im Snowboardcross

Wer überträgt Olympia 2022?

So viele Olympiabilder im TV gab es von Winterspielen noch nie. Drei Sender bieten den deutschen Sportfans während der Olympischen Spiele in Peking eine Riesenauswahl, die keine Wünsche offen lassen dürfte. Insgesamt mehr als 1700 Stunden Live-Programm gibt es in den klassischen Fernsehprogrammen und im Internet bei ARD, ZDF und Eurosport.

Was zeigen ARD, ZDF und Eurosport?

Die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sender wechseln sich während der zwei Wochen ab und zeigen jeweils rund 120 Stunden im Fernsehen. Beginn ist meistens zwischen 2 und 3 Uhr, gesendet wird in der Regel bis 17 Uhr. Zusammenfassungen gibt es am Abend nicht in eigenen Sendungen, sondern in den Nachrichtenformaten.

Rechteinhaber Discovery, der Sublizenzen an ARD und ZDF verkauft hat, zeigt auf verschiedenen Plattformen mehr als 1000 Stunden. Fast 300 Stunden laufen im frei zu empfangenden TV-Sender Eurosport. Das Programm im Internet über die Plattform Joyn Plus kostet 6,99 Euro, kann nach einem kostenlosen Probemonat aber gekündigt werden. Im Gegensatz zu ARD und ZDF bietet Eurosport eine Highlight-Sendung, die von 17 bis 18 Uhr läuft.

Wo kann Olympia 2022 gestreamt werden?

Das Erste und Zweite haben zudem ein gemeinsames Angebot von 500 Stunden im Internet mit bis zu sechs parallelen Livestreamkanälen auf „sportschau.de“ und „sportstudio.de“ sowie in den Mediatheken. Damit wird nach Angaben der Sender das komplette Olympiaprogramm live gezeigt sowie als Re-Live-Angebot zur Verfügung gestellt.

Welche Expertinnen und Experten sind für die Winterspiele im Einsatz?

Auf ehemalige Sportler und Trainer als Experten setzen alle Sender. Für das ZDF arbeiten Marco Büchel (Ski alpin), Toni Innauer (Skispringen), Laura Dahlmeier, Sven Fischer (Biathlon) und Benedikt Mayr (Freestyle). Bei der ARD sind Arnd Peiffer (Biathlon), Sven Hannawald (Skispringen) und Felix Neureuther (Ski alpin) sowie als Gast Katarina Witt (Eiskunstlaufen) im Einsatz. Mehr als 20 Ex-Sportler setzt Eurosport ein, darunter Michael Rösch (Biathlon) und Christian Ehrhoff (Eishockey).

Warum gibt es Kritik an den Winterspielen 2022 in China?

China steht wegen Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Uiguren und Tibetern, wegen der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong und den Drohungen gegen Taiwan in der Kritik.

Es steht zudem schlimm um die Pressefreiheit in China. Das zeigt unter anderem eine Liste der „One Free Press Coalition“. Die globale Initiative aus über 30 Medien und Medienunternehmen führt dort monatlich die zehn drängendsten Fälle an Ungerechtigkeiten gegen Journalisten, Blogger und Autoren auf. Alle zehn Plätze des Januar-Rankings sind mit Medienschaffenden aus China belegt. Vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking wirft das erneut ein Schlaglicht auf die sich seit Jahren drastisch verschlechternde Lage.

Nach Einschätzung des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) mit Sitz in New York haben sich die damals vor der Sommerolympiade 2008 abgegebenen Versprechen für mehr Pressefreiheit als wertlos erwiesen. Zu den Spielen 2022 existierten sie gar nicht erst. Der Radius für Berichterstatter sei auf das Olympische Dorf beschränkt. Innerhalb dieser „Blase der Spiele“ habe man ihnen jedoch freien Zugang zum Internet und zu sozialen Medien versprochen, der überall sonst in China verweigert werde.

Olympiateilnehmenden wurde geraten, keine privaten Handys oder Laptops mitzubringen. Stattdessen solle man speziell für die Reise ausgewähltes „Wegwerf“-Equipment und vorübergehende Mail-Accounts nutzen. Unter anderem warnte das CPJ: „Gehen Sie davon aus, dass alles, was Sie online tun, überwacht wird.“

Was erhofft sich China von den Olympischen Spielen 2022?

Die Olympischen Winterspiele in Peking sollen nur der Auftakt eines Wintersportbooms sein, der China neben sportlichen Erfolgen einen Wachstumsmarkt verschafft, dessen Potenzial allein im Inland auf gut 150 Milliarden Euro geschätzt wird.

Denn neben reinen Produkten geht es auch um Infrastruktur. Ende 2021 gab es in China 654 Eisflächen und 803 Skiresorts, ein Anstieg von 41 Prozent seit 2015. Nach Staatsangaben haben 346 Millionen Einwohner des Landes bereits einmal Wintersport betrieben. Dienten die Sommerspiele 2008 noch dazu, der Welt ein starkes und offenes China zu verkaufen, geht es 14 Jahre später vorrangig um das nationale Interesse.

Und damit die Wintersportflamme weiter lodert, sollen eigene Helden geformt werden. Deshalb setzt China nicht flächendeckend auf importierte Sportler, sondern zapft das Wissen von Trainern jenseits der Grenzen an. 51 ausländische Trainer wurden angeheuert, darunter der einstige Biathlon-Star Ole Einar Björndalen oder Deutschlands viermaliger Bob-Olympiasieger André Lange.

RND/ka/ch/dpa/epd

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