Handball

Der beste Abwehrblock sagt Tschüs

Der beste Abwehrblock der Liga mit Christian Höflich (von links), Tim Kirchmann und Stefan Schmidt-Kolberg bestreitet am Samstag das letzte Heimspiel für die SG Hohnhorst-Haste.

Der beste Abwehrblock der Liga mit Christian Höflich (von links), Tim Kirchmann und Stefan Schmidt-Kolberg bestreitet am Samstag das letzte Heimspiel für die SG Hohnhorst-Haste.

Da sind zuvorderst Tim Kirchmann und Christian Höflich, die als einer der besten Abwehrblöcke in der Liga gelten. In den vergangenen Jahren kam mit Spielertrainer Stefan Schmidt-Kolberg der genau passende Spieler dazu, sodass die SG ihre Erfolge in aller Regel mit einer zwar harten, aber erfolgreichen Abwehr begründete. Die drei werden zusammen mit Bastian Harendt nach Auflösung der SG zum Verbandsligisten MTV Braunschweig wechseln.

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Höflich verlässt die SG als dienstältester Spieler, 13 Jahre trug der knapp zwei Meter große und 110 Kilogramm schwere Abwehrspieler die Farben der SG. Kirchmann kam zwar bereits 1997 als A-Jugendlicher nach Haste, spielte noch ein Jahr Jugend und stieg mit Olaf Kahl als Trainer in die Oberliga auf. Kurz danach wechselte Kirchmann für zwei Jahre zu den HF Springe, ehe ihn der damalige SG-Coach Marc Siegesmund zurückholte. Schmidt-Kolberg spielte insgesamt vier Jahre für die SG, die überwiegende Zeit als Spielertrainer.

Jede Saison habe ihre Höhen und Tiefen, so Höflich beim Blick auf 13 Jahre Handball in Haste. „Die schlimmste Saison ist dann, wenn man sich schwer verletzt und nicht weiß, ob man noch Handball spielen kann“, sagte Höflich und meinte die Spielzeit 2008/09, als es sich einen Kreuzbandriss zuzog. Kirchmann blieb von solcherlei Dingen verschont. „Noch nicht mal ein Muskelfaserriss“, meinte Kirchmann. „Weil du nicht soviel Einsatz gibst wie ich“, kam es von Höflich prompt zurück.

Der Tod von Lukas Blomberg wird allen im Gedächtnis bleiben. „Es wurden viele Gespräche geführt und Handball sein gelassen“, sagte Höflich, der besonders den in der Folge gewachsenen mannschaftlichen Zusammenhalt hervorhob. „Wir haben viel mit den jungen Spielern gesprochen und ihnen klar gemacht, dass Handball nur eine schöne Nebensache ist“, erinnerte sich Höflich.

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Zusammen mit Kirchmann polarisierte Höflich oft, vor allem bei den Gegnern. Ihre Art der Abwehrarbeit erregte die gegnerischen Trainer, ihr Einsatzwille hingegen brachte ihnen und Schmidt-Kolberg viel Respekt ein. „Natürlich haben wir hart gespielt, an der Grenze, aber nie unfair“, meinte Schmidt-Kolberg. „Wir waren nie unfairer als andere auch“, merkte Höflich an.

Gerade Kirchmann begeisterte die Haster Fans immer wieder mit seinem unbändigen Einsatzwillen. Aufgeben gab und gibt es nicht, durch seine Spielweise muss Kirchmann einiges an Schmerzen einstecken, Würfe aus dem Rückraum sind seine Sache nicht unbedingt. „Da bin ich nicht so talentiert, da muss ich meine Möglichkeiten anders suchen“, schmunzelte Kirchmann. Wenn seine Nebenleute nicht mitzögen, fühle er sich schon manchmal hilflos. „Gerade in Spielen, in denen nichts läuft, wo dich nur diese Spielweise weiterbringt“, sagte Kirchmann.

Oft wurde der SG spielerisches Vermögen abgesprochen. „Spielerisch haben sich hier alle weiterentwickelt“, betonte Schmidt-Kolberg, er habe das über die Jahre miterlebt. Sicher hätte es schlechte Spiele gegeben, aber: „Wer kämpft, der gewinnt.“ Man werde halt schnell abgestempelt und durchbeleidigt. In Erinnerung werden die Derbys gegen den MTV Großenheidorn und HV Barsinghausen, damals noch TSV Barsinghausen, bleiben. Zumindest die vor einigen Jahren, in der jüngeren Vergangenheit war es nicht so wie früher.

„Früher ist die Halle aus allen Nähten geplatzt, da war richtig Stimmung. Selbst solche Spiele wie gegen die HSG Schaumburg Nord waren eine Enttäuschung“, sagte Kirchmann. Ein Spiel gegen Großenheidorn nimmt aufgrund seiner insgesamt 28 Zeitstrafen und vier Roter Karten eine Sonderstellung ein.

Blieb noch die Frage nach einer Spielsituation, in der Höflich regelmäßig für Grabesstille in der Haster Halle sorgte: Tempogegenstöße. Ausgestattet mit einer doch erheblichen Wurfkraft sorgte Höflich mit eher ungewöhnlichen Wurfversuchen für Höhepunkte. „Da habe ich oft drüber nachgedacht, ich will dann meist etwas Besonderes machen, das war schon oft sehr peinlich“, lachte Höflich und nahm die Sache mit Humor. Immerhin, in der laufenden Saison hat er schon einige Tore per Tempogegenstoß gemacht.

Der Zukunft in Braunschweig sehen die drei mit Gelassenheit entgegen. „Wir sind gespannt“, meinte Schmidt-Kolberg. Vonseiten Braunschweigs sei intensiv auf sie zugegangen worden. Man müsse sehen, was für ein Aufwand dort warte, so der Coach.

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