LANDKREIS

Siebtes Spiel, sechste Pleite

LANDKREIS. TuS SW Enzen – SV Eintracht Afferde 0:1.

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Wenn Fußballern ohne Bedrängnis die Bälle drei Meter vom Fuß springen, schaut man in der Regel in der 4. Kreisklasse zu. Wenn solche Fehler gleich reihenweise einem technisch versierten Bezirksligisten passieren, ist Druck im Kessel. So auch gestern bei der Enzer Niederlage gegen ein harmloses Team aus Hameln. Nach drei Minuten passte SWE-Kapitän Patric Pluta den Ball zurück auf seinen Keeper Florian Schaper – nur war das Zuspiel zu kurz, Aaron Oefler spritzte dazwischen – 0:1 (3.). „Er darf den Pass gar nicht zum Keeper spielen – und schon gar nicht zu kurz“, monierte SWE-Trainer Fabian Stapel. Die ersatzgeschwächten Gastgeber brauchten 20 Spielminuten, um sich vom Schock zu erholen. „Dann haben wir dynamisch und mit Druck gespielt“, sagte Stapel, dessen Team sich bemühte, ein dickes Chancenplus erspielte. Lennard Faul und Niklas Thiemann, der frei den starken Afferder Keeper Moritz Muschik anschoss, vergaben die besten davon.

Nach dem Seitenwechsel ein ähnliches Bild. Die Enzer rannten an, die Afferder wurden selten gefährlich. Lediglich der flinke Angreifer Jörn Heinzelmann sorgte für Unruhe. Marvin Schmidt scheiterte mit einem Kopfball (47.), Fauls Schuss auf den langen Pfosten verfehlte nur um Zentimeter das Ziel (56.). Eine Doppelchance von Faul und Fabian Schwalm machte Muschik bravorös zunichte (70.). Auch eine Hereingabe von Tim Schwarze rollte unbehelligt durch den Afferder Fünfmeterraum, Schwalm fehlte eine Schuhgröße (80.). Zu allem Überfluss handelte sich Bennet Blume in der Schlussminute noch eine Rote Karte wegen Meckerns ein. „Klar, der Schiedsrichter muss die Aktion vorher abpfeifen. Aber wir krepeln hier eh schon mit wenig Spielern rum. Sich dann Rot abzuholen, geht gar nicht“, zürnte der Enzer Coach. SWE:

Schaper, Schwarze, Pluta, M. Schmidt, Blume, Kahlert (70. Socher), R. Mücke (40. Zeckel), Schröder (70. Schwalm), Thiemann, Faul, Horstmann. SC Rinteln – SSG Halvestorf-Herkendorf 2:2.

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Ist ein 2:2 gegen den Tabellenzweiten ein gutes oder ein schlechtes Ergebnis? Rintelns Trainer Uwe Oberländer war gespalten. Einerseits freute der sich, dass seine Taktik gegen die ungeschlagene SSG Halvestorf-Herkendorf aufgegangen war und seine Aufsteiger erneut eine starke Leistung abgeliefert hatten. Andererseits ärgerte er sich, dass der SC Rinteln trotz zweimaliger Führung keinen Sieg zustande gebracht hatte. „In Sachen Effizienz und faktische Punktausbeute haben wir noch Luft nach oben“, meinte er. „Mit Unentschieden kommen wir nicht weiter.“

Stark waren vor allem die ersten zwanzig Minuten des SC Rinteln, in der er den Gästen keinerlei Raum ließ und in der er überraschend klar dominierte. Sehenswert war auch das 1:0 von Qendim Krasniqi, der einen Angriff über die linke Seite veredelte. In der 19. Minute aber typischer Rintelner Übermut: Die Platzherren liefen in einen Halvestorfer Konter, den Dennis Deppmeyer mit dem 1:1 abschloss.

Aber der Kreismeister ließ sich nicht irritieren und ging in der 33. Minute erneut in Führung. Wieder war der junge Edeltechniker Krasniqi entscheidend beteiligt, der zwei Mann aussteigen ließ, den Ball quer vor das Tor schob, wo Serdar Akgün nur noch den Fuß hinhalten musste. Nach der Pause war dann durchaus spürbar, dass Halvestorf in dieser Saison nicht zu Unrecht oben mitmischt und womöglich sogar ein Titelanwärter ist. Den 2:2-Ausgleich von Cesar-Marco Paraschiv spielten sich die Hamelner in der 50. Minute sauber heraus, wie auch Oberländer anerkennen musste. „Das Endergebnis geht in Ordnung“, fand er. SC Rinteln:

Böhm, Sharo, Hasani, Yannik Walter, Krasniqi, Akgün (80. Peters), Boga, Kaptan (63. Kalis), Rogowski (89. Andraws), Bannert, Obst. SV Gehrden – VfL Bückeburg U23 3:1.

Die U23 des VfL Bückeburg steckt in einer Krise – zumindest in einer Ergebniskrise. Das 1:3 beim SV Gehrden war die dritte Niederlage in Folge. Überbewerten wollte VfL-Trainer Christian Vaas das aber nicht. „Für mich war wichtig, dass wir in der zweiten Halbzeit stark aufspielten und dass diesmal die Einstellung stimmte“, meinte er. Beim 0:6 in Koldingen sei das nicht der Fall gewesen. „Aus unserem Loch sind wir trotz der Niederlage heraus“, sagte Vaas.

In der ersten Halbzeit steckte die VfL-Zweite allerdings noch tief drin, was auch am ungewohnten Kunstrasen lag, für den die Gäste eine halbe Stunde Eingewöhnung brauchten. Gehrden nutzte das zur 1:0-Führung durch Tim Borowsky in der 26. Minute.

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Der zweite Durchgang stellte sich komplett anders dar. Der VfL Bückeburg bestimmte jetzt das Spiel. Etwa der Schuss von Benjamin Hartmann (73.) und der Pfostentreffer des eingewechselten Moritz Heine (75.). Zudem haderten die Gäste häufig mit Schiedsrichter Nils-Rene Voigt, der den Platzherren auf Kunstrasen erstaunlich viel durchgehen ließ, auch Grätschen der verschärfteren Form. Als sich die Gäste in der 86. Minute bei einem Konter von Roman Busse das 0:2 einfingen, schien das Spiel entschieden zu sein. Jan-Eike Raschke machte die Partie mit seinem 1:2-Anschlusstreffer nur zwei Minuten später aber noch mal spannend. Er verwertete einen Abpraller im Fünfmeterraum. Erst mit Dominik Diederichs Nachschuss zum 3:1 für Gehrden in der Nachspielzeit war dann alles entschieden. VfL Bückeburg U23:

S. Raschke, Othmer, Nasef, Hartmann, Battaglia (46. Voß), Lennart Versick, Wartmann, Mensching (46. Heine), J.-E. Raschke, Sydow, Häberli. VfR Evesen – FC Stadthagen 3:0.

„Hey, Hey, Derbysieger, Derbysieger“, sangen die Spieler des VfR Evesen nach Spielschluss und tanzten im Kreis. Mittendrin VfR-Präsident Wilfried Krömker und Doppeltorschütze Aboubacar Fofana.

Der VfR hatte zuvor mit 3:0 gegen den FC Stadthagen gewonnen. Dabei war der Sieg zu keiner Sekunde wirklich in Gefahr, denn der Gast kam in keiner Szene gefährlich vor das Tor. VfR-Torwart Jannik Willers verbrachte einen absolut ruhigen Nachmittag. Einzig ein Schuss von Timo Kuhnert (45.) könnte mit viel Wohlwollen als Torchance gewertet werden.

Der VfR begann mit einer Dreierkette und hatte dadurch im Mittelfeld ein Übergewicht. Der Führungstreffer durch Fofana entstand allerdings aus einem Konter. Der robuste Hull trug den Ball über 50 Meter, steckte im richtigen Moment durch, Fofana hatte keine Mühe mehr, den Ball einzuschieben.

Die Elf von Trainer Heiko Thürnau hätte in der 35. Minute einen Elfmeter bekommen müssen, FC-Keeper Jonathan Reuther brachte Steigmann zu Fall, der Pfiff blieb jedoch aus.

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In der zweiten Hälfte veränderte sich das Bild nicht. Der VfR gab das Tempo vor, die Abläufe untereinander waren vorhanden und die Raumaufteilung ansprechend. Der FC wirkte weiterhin teilweise völlig überfordert. Das Kopfball-Tor des Eveser Verteidigers Jannis Städter (51.) wurde wegen Abseitsposition noch abgepfiffen. Das 2:0 sollte aber trotzdem fallen, hätte jedoch nicht zählen dürfen. Marvin Steigmann lief dem starken FC-Verteidiger Pascal Holz in die Hacken, Holz fiel und bekam den Ball im Strafraum an die Hand. Der Schiedsrichter entschied auf Elfmeter. Burak Buruk verwandelte souverän (72.).

Nur vier Minuten später war es wieder Fofana, der aus abseitsverdächtiger Position frei vor Reuther auftauchte und ihm auch dieses Mal keine Chance ließ. „Das waren vier Meter Abseits“, rief FC-Trainer Thorsten Rinne dem Schiedsrichter entgegen.

„Das hätte noch höher ausgehen können“, fand VfR-Manager Peter Möse, der sich über den Derby-Sieg mächtig freuen konnte. VfR:

Willers, Pentke, Städter, Yesil, Buruk, Steigmann, Fofana, Hull, Kleiber, Stolte, Heine. FC:

Reuther, Hasta, Kuhnert, Tegtmeier, Werns, Kasso, Wischhöfer, Engelhardt, Köpper, Holz, Detering.jö, uk, dak

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