von daniel kultau LANDKREIS

Zwischen Wembley und Wüste

von daniel kultau LANDKREIS. Der Grund dafür ist zum einen natürlich die seit Wochen anhaltende Hitzewelle. Zum anderen haben die vielen Nachholspiele, die bis Ende Mai stattfanden, dem Geläuf zugesetzt und ließen den Plätzen nur wenig Zeit zur Erholung.

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In Hevesen zeigt sich direkt das dramatische Ausmaß. Auf der Achumer Wiese finden momentan die Sporttage statt. Mehr als ein Dutzend Spiele sind angesetzt, darunter auch die Saisoneröffnungs-Spiele der ersten drei Herren-Mannschaften am Sonnabend. Wenn die Spieler über den „Rasen“ laufen, staubt es fast schon. „Der Platz ist die reinste Katastrophe.“, ärgert sich FCH-Geschäftsführer Lars Deppe. Neben der extremen Trockenheit kommen in Hevesen auch noch Wühlmäuse dazu, die durch ihre Löcher die Verletzungsgefahr für Spieler vergrößern würden, berichtet er. Einen Schuldigen gibt es dafür nicht, berichtet Deppe. „Die Stadt kam schon auf uns zu, aber aufgrund der extremen Trockenheit sind ihr da auch die Hände gebunden. Das verstehen wir natürlich.“ Das komplette Gegenteil herrscht beim rund sechs Kilometer entfernten Schaumburger Fußball-Primus VfL Bückeburg. Dort gibt es eine Bewässerungsanlage, die den Rasen des Jahnstadions die gesamte Sommerpause gesprengt hat. Dadurch erinnert dieser fast schon an den stets top gepflegten Wembley-Rasen in London. „Es gab kein Verbot von der Stadt“, sagt VfL-Fußball-Obmann Hans Hößler. Er habe sich auch Gedanken bezüglich der Wasserknappheit gemacht, doch die Stadt hätte dem keinen Riegel vorgeschoben. Für den Spielbetrieb ist der Rasen nun in einem Top-Zustand.

Auf dem Ochsenbruch, der Heimspielstätte des SV Obernkirchen, geben die beiden Rasensprenger alles, was sie können. Ihre Schicht beginnt morgens um sechs Uhr, wenn sie Platzwart Herbert Kuller auf den Rasen stellt und endet zwölf Stunden später um 18 Uhr. Zwischendurch positioniert Kuller sie immer wieder um. „Das kostet natürlich unglaublich viel Geld“, weiß Kuller. Auf ihn und seine Kollegen aus den anderen Vereinen kommt nun eine Mammut-Aufgabe zu.

Ein Ende der Dürre ist noch nicht in Sicht und damit die Plätze, die im Herbst sowieso durch nasses Wetter sehr leiden, bis dahin in einem akzeptablen Zustand sind, muss ordentlich Hand angelegt werden. Sofern bereits in der frühen Phase der Saison die Spiele ausfallen sollten, erwartet die Clubs ein noch härterer Marathon an Nachholspielen, als zum Ende der vergangenen Spielzeit.

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