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Gesund in Schaumburg

Bewegung ist die beste Medizin

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Wer sein Schlaganfallrisiko senken möchte, sollte sich im Alltag ausreichend bewegen - und zum Beispiel öfter mit dem Fahrrad statt mit dem Auto unterwegs sein. FOTOS: DPA

Expertin rät dazu, Schlaganfällen im wahrsten Sinne des Wortes Schritt für Schritt vorzubeugen

LANDKREIS. Volkskrankheit Schlaganfall: Jedes Jahr trifft mehr als es in Deutschland 250000 Menschen. Das eigene Risiko lässt sich bereits mit wenig Aufwand senken.

Bewegung ist die beste Medizin: Wer mehr davon ins eigene Leben bringt, kann vielen Erkrankungen vorbeugen - auch Schlaganfällen. Doch wie viel Aktivität muss es sein?

Die Empfehlung ist, sich mindestens 150 Minuten in der Woche moderat zu bewegen.

Das weiß Friederike Prisett. Sie ist Gesundheitswissenschaftlerin bei der Deutschen Schlaganfall-Hilfe, wo sie unter anderem die Zusammenarbeit mit Sportvereinen bei Reha-Angeboten koordiniert. Im Interview erklärt sie unter anderem, wie man Bewegung in seinen Alltag integrieren kann.

Sportvereine und Fitnessstudios haben in der Pandemie Mitglieder verloren. Viele Menschen haben sich offenbar weniger bewegt. Was bedeutet das fürs Schlaganfallrisiko?

Bewegung wirkt wichtigen Risikofaktoren entgegen: zum Beispiel Bluthochdruck und Diabetes oder einem erhöhten Deshalb Cholesterinspiegel. ist es wichtig, dass man wieder anfängt und mehr Bewegung in den Alltag bringt. Es gibt ja nicht erst seit der Pandemie die Entwicklung, sich immer weniger zu bewegen. Die war eher ein Brandbeschleuniger. Aber vor allem, wenn man gerade sehr wenig oder gar nichts macht, lässt sich auch durch Kleinigkeiten viel erreichen.

Genügt es, öfter mal zu Fuß zum Bäcker zu laufen?

Das ist auf jeden Fall ein sehr, sehr guter Anfang. Auch kurze Wege, für die ich sonst vielleicht aus Bequemlichkeit das Auto genommen hätte, machen in der Summe ja viel aus.

Wie lautet Ihre konkrete Empfehlung?

Die Empfehlung ist, sich mindestens 150 Minuten in der Woche moderat zu bewegen. Will ich mein Schlaganfallrisiko senken, geht es vor allem um aerobe körperliche Aktivitäten, mit denen ich meinen Puls ein bisschen erhöhe. Das sind Bewegungen, bei denen ich zwar noch reden kann, aber zum Beispiel nicht mehr singen könnte. Wie bei einem schnelleren Spaziergang zum Bäcker eben.

Aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer.

Stimmt. Wichtig ist es deshalb, sich nicht so große Ziele zu setzen, sondern klein anzufangen. Zum Beispiel, indem man sich entscheidet, am Wochenende eine halbe Stunde lang spazieren zu gehen. Dann wird das nach und nach oft automatisch mehr vor allem wenn man Freude daran findet und es ein bisschen in den Alltag integriert hat. 

Wie können Menschen, die vielleicht nicht mehr so gut zu Fuß sind, mehr Bewegung in ihren Alltag bringen?

Da muss man einfach ein bisschen individuell schauen. Es gibt beispielsweise verschiedene Sportangebote für ältere Menschen. Man kann wirklich in jedem Alter anfangen. Und wenn ich nicht mehr ganz so viel laufen kann, dann bewege ich mich einfach im Rahmen meiner Möglichkeiten. Ich kann zum Beispiel auch im Sitzen Übungen mit den Armen machen, so dass ich ein bisschen den Puls erhöhe.

Haben Sie noch einen weiteren einfachen Tipp parat?

Man kann sich auch beim Zähneputzen etwas Gutes tun, indem man sich auf ein Bein stellt und das Gleichgewicht schult. Im Alter, wenn man ein bisschen eingeschränkter wird, sind kleine Übungen wie diese gut für die Motivation. dpa


Bluthochdruck: Wie viel Kaffee darf es sein?

LANDKREIS. Wer von Bluthochdruck betroffen ist, darf sich durchaus Kaffee gönnen. Denn die Annahme, dass Koffein bei Bluthochdruck schädlich sei, konnten wissenschaftliche Untersuchungen nicht bestätigen. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung hin.

Zwar könne Kaffee den Blutdruck kurzfristig ansteigen lassen. Das passiere aber vor allem dann, wenn der Körper nicht an Koffein gewöhnt sei. „Trinkt man regelmäßig Kaffee, steigt der Blutdruck weniger stark an - oder auch gar nicht", schildern die Fachleute.

Bereits nach zwei Wochen regelmäßigen Kaffee-Konsum gelmäßigem zeigt sich demnach dieser Gewöhnungseffekt. Selbiges gelte übrigens auch für Grün- und Schwarztee, die beide ebenfalls aufputschend im Körper wirken, so die Deutsche Herzstiftung.

Wie viel Kaffee darf es aber sein? Wer seine Herzgesundheit im Blick hat, sollte nach Angaben der Experten am Tag maximal 400 Milligramm Koffein zu sich nehmen. Das entspricht vier bis fünf Tassen Kaffee.

Eines sollten Betroffene aber beachten: Eine Blutdruckmessung sollten sie am besten vor der Kaffeepause machen - oder rund 30 Minuten danach. So könne man sicherstellen, dass der Kaffeekonsum die Messwerte nicht verfälsche. Von Koffein-Tabletten rät die Deutsche Herzstiftung ab. Solche „Wachmacher-Pillen" können sich - anders als Kaffee - durchaus ungünstig auf den Blutdruck auswirken. dpa