Armutsrisiko von Rentnern bedenklich hoch

Das Armutsrisiko für Rentner hat sich in den vergangenen 15 Jahren fast verdoppelt.

Das Armutsrisiko für Rentner hat sich in den vergangenen 15 Jahren fast verdoppelt.

Berlin. Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt vor einer weiteren Verbreitung des Armutsrisikos im Alter. Dies sei in den vergangenen 15 Jahren in Deutschland extrem gestiegen, heißt es in einer Stellungnahme zum Entwurf des Rentenpakets von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

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Konkret hätte sich zwischen 2003 und 2016 die Zahl der Empfänger der Grundsicherung im Alter oberhalb der Regelaltersgrenze von 257.734 auf 544.090 mehr als verdoppelt. "Das Armutsrisiko von Rentnern und Pensionären hat sich zwischen 2005 und 2016 von 10,7 Prozent auf 15,9 Prozent um mehr als die Hälfte erhöht", warnt der Paritätische in dem 14-seitigen Papier. "Seit 2014 tragen Rentnerinnen und Rentner gemessen am Armutsrisiko in der Bevölkerung damit ein überdurchschnittliches Armutsrisiko. Dieser Trend wird sich aller Voraussicht nach auch in der Grundsicherung im Alter weiter fortsetzen."

Handlungsbedarf deutlich höher, als bisher angenommen

Die Zahlen basieren auf einer Sonderauswertung der Grundsicherungsstatistik beim Statistischen Bundesamt, die der Paritätische in Auftrag gegeben hatte. Der Wohlfahrtsverband bezeichnet es als „besonders beunruhigend“, dass der Grundsicherungsbezug wachse. „Während die durchschnittliche Grundsicherungsquote die Unterschiede zwischen den jüngeren und älteren Jahrgängen verdeckt, zeigt die differenzierte Darstellung, dass der Handlungsbedarf deutlich höher ist, als bisher angenommen“, so der Sozialverband.

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Er fordert deshalb von der Bundesregierung einen Systemwechsel in der Alterssicherung. Das Sicherungsniveau in der Rentenversicherung soll danach wieder auf 53 Prozent angehoben werden, gleichzeitig soll die staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge künftig entfallen.

Von RND/Thoralf Cleven

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