Ausbildung und wenig Geld? So kommen Azubis trotzdem über die Runden

Ein Auszubildender arbeitet an einer Werkbank (Symbolfoto).

Ein Auszubildender arbeitet an einer Werkbank (Symbolfoto).

Frankfurt. Im August hat für Tausende junge Menschen mit der Ausbildung ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Aus dem Schulalltag wird auf einmal ein Acht-Stunden-Tag im Büro oder im Betrieb. Und mit dem ersten eigenen Gehalt kommen auch Verpflichtungen wie Versicherungen und Bankgeschäfte auf einen zu.

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Doch so richtig viel verdienen junge Menschen in der Ausbildung nicht. Laut DGB lag die Vergütung im vergangenen Jahr im Schnitt über alle Berufe und Ausbildungsjahre hinweg bei nicht einmal 850 Euro. Wer damit über die Runden kommen und neben Freizeitaktivitäten auch noch ein bisschen Altersvorsorge betreiben möchte, sollte ein paar Dinge beachten.

Neben Unterstützung durch die Eltern gibt es zuhauf gute Apps und Software zum Beispiel für ein digitales Haushaltsbuch. Oftmals bieten auch Banken und Sparkassen diesen Service direkt neben dem Onlinebanking an. Mit dem richtigen Überblick über die finanzielle Situation lassen sich auch schnell Sparpotenziale ermitteln.

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Versicherung ja – aber nicht jede

Eine private Haftpflichtversicherung ist ein Muss für jeden Azubi. Sie übernimmt Sach- und Personenschäden, die durch die Versicherten entstanden sind. Wer aber bisher bei den Eltern mitversichert war und unter 18 Jahre alt ist, kann während der ersten Ausbildung weiterhin über sie versichert bleiben und die eigenen Versicherungsprämien sparen.

Bei der Krankenversicherung sieht es anders aus. Den bisherigen Schutz über die Eltern gibt es nicht mehr. Ein Azubi muss sich selbst in einer gesetzlichen Krankenversicherung versichern. Zwar sind die Beitragssätze überall gleich hoch, aber dafür erheben viele gesetzliche Krankenversicherungen unterschiedlich hohe Zusatzbeiträge. Vergleichen lohnt sich!

Auszubildende können eine Krankenkasse auch dann noch auswählen, wenn der Ausbildungsvertrag schon unterschrieben ist. „Dies geht sogar selbst dann noch, wenn er die Ausbildung bereits begonnen hat. Nach Beginn der Ausbildung hat er noch 14 Tage Zeit, Mitglied bei einer Kasse zu werden”, so das Vergleichsportal Check24. Erst nach Ablauf der Zwei-Wochen-Frist werden Azubis vom Betrieb automatisch bei der Kasse versichert, wo auch die Eltern angemeldet sind.

Die wichtige Berufsunfähigkeitsversicherung

Mit Beginn der Berufstätigkeit steht auch die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) auf dem Programm. „Sie ist ein wichtiger Baustein in der persönlichen Vorsorge in Deutschland geworden”, sagt Heiko Vollmer, Versicherungsexperte von Fingenium Private Finance. Er verweist darauf, dass die Geburtsjahrgänge nach 1961 keinen Anspruch mehr auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente haben, sondern nur noch eine Erwerbsminderungsrente bekommen.

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Die private BU erhöht die finanzielle Sicherheit, falls die Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen nicht beendet oder der erlernte Beruf später nicht ausgeübt werden kann. Wer als junger Mensch bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, zahlt in der Regel geringere Beiträge.

Das kostenlose Girokonto

Für das erste Gehalt auf dem Konto auch noch monatliche Gebühren zu zahlen – das muss nicht sein. Während die Kreditinstitute für immer mehr normale Kontomodelle Gebühren einführen, gibt es ein Ausbildungskonto bei den meisten gebührenfrei. Ein Vergleich von Leistungen und Gebühren ist vor allem mit Blick auf die späteren Konditionen sinnvoll. Denn nach der Lehre kann es plötzlich teuer werden.

Hilfe von der Arbeitsagentur: Die Berufsausbildungsbeihilfe

Wer nicht mehr zu Hause wohnt und auch noch mit dem Auto zur Arbeit fahren muss, sollte sich nicht schämen, sich bei der Arbeitsagentur wegen der sogenannten Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) zu erkundigen. An diese sind bestimmte Voraussetzungen geknüpft, unter anderem muss der Ausbildungsbetrieb zu weit von den Eltern entfernt sein, um Zuhause wohnen zu bleiben. Oder der Azubi ist über 18 Jahre alt oder verheiratet beziehungsweise lebt mit dem Partner zusammen. Die Arbeitsagentur kann weiterhelfen, und bei grünem Licht gibt es während der Ausbildung einen monatlichen Zuschuss für Miete und Fahrtkosten.

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Der richtige Smartphone-Tarif

Ohne Smartphone und Internet geht nichts mehr. Auch hier kann ein Azubi sparen. Die großen Telekom-Unternehmen in Deutschland haben alle spezielle Tarife im Bereich Telefonie und Datenvolumen für junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren. Wer schon einen Vertrag hat, sollte nachfragen, ob die neue Ausbildungssituation zu günstigeren Konditionen führen kann.

Ermäßigte Eintritte mit Schülerausweis

Zur Lehre gehört in der Regel die Berufsschule – und damit ein Schülerausweis. Der verhilft über das ganze Jahr bei vielen (öffentlichen) Einrichtungen wie Museum, Theater, Konzert, Vergnügungspark, Schwimmbad, Zoo und teilweise auch Kinos zu günstigerem Eintritt.

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Früher an später denken

Am Ende sollte ein Azubi auch schon mal den „Blick nach vorn” werfen. Dazu gehört sicher auch das Thema Altersvorsorge und „Vermögenswirksame Leistungen”. Mit schon geringen monatlichen Raten ab 25 Euro gibt es Möglichkeiten, langfristig Geld anzusparen. Wer früh anfängt, hat am Ende langfristig auch mehr davon.

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