Neuerung für Premiumkunden

Bahn überarbeitet Treueprogramme: Aus Bahn Comfort wird Bahn Bonus

Auch am Dienstag müssen sich Bahnreisende in Niedersachsen auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Die NP hat zusammengefasst, was Zugreisende jetzt wissen sollten.

Das Bahn-Comfort-Programm wird zum 13. Juni 2022 umstrukturiert. Vorteile wie die bevorzugte Behandlung in Reisezentren sollen bestehen bleiben.

Berlin. „Noch einfacher, noch bequemer, noch digitaler“ – mit diesen Worten kündigt die Deutsche Bahn ihr überarbeitetes Vielfahrer­programm an, das am 13. Juni eingeführt werden soll. Der bisherige Bahn-Comfort-Status, den Bahnkunden und ‑kundinnen bislang ab 2000 Statuspunkten erreicht haben, wird durch drei Statuslevel ersetzt. Bereits ab 1500 Punkten sollen Reisende von bekannten und neuen Vorteilen profitieren können.

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Die Bahn wolle damit dem Kundenwunsch „nach einem exklusiveren und breiteren Portfolio entsprechen“, heißt es auf der Homepage zu den geplanten Neuerungen. Deshalb habe sich der Konzern für ein dreistufiges Bonus­programm entschieden.

Das Einstiegslevel erreichen Kunden und Kundinnen ab 1500 gesammelten Punkten innerhalb von zwölf Monaten, das mittlere Level ab 2500 Punkten. In das höchste Level steigt auf, wer 6000 Statuspunkte gesammelt hat. Beim Kauf von Tickets ab 5 Euro oder einer Bahncard erhalten die Kunden und Kundinnen von Bahn Bonus einen Statuspunkt je Euro. Wird vor Ablauf der Statusdauer von zwölf Monaten das nächsthöhere Level erreicht, beginnt der Nutzungs­zeitraum von einem Jahr von Neuem.

Deutsche Bahn verspricht neue Bonus-Vorteile

Bekannte Statusvorteile wie den Zugang zur DB-Lounge in den Bahnhöfen, den Sitzplatzbereich für Bahn-Bonus-Teilnehmer und ‑Teilnehmerinnen oder auch die bevorzugte Betreuung in den Reisezentren der Deutschen Bahn will der Konzern weiterhin anbieten. Zusätzlich kündigt die Bahn neue Vorteile an. Um welche Angebote es sich dabei handeln wird und welche Vorteile in welchem Statuslevel enthalten sein werden, dazu hüllt sich die Bahn auch auf Nachfrage in Schweigen. Ab Juni sollen Details dazu auf der Website einsehbar sein, teilt eine Sprecherin lediglich mit.

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Neukunden und ‑kundinnen müssen für die Teilnahme am Bahn-Bonus-Programm keine Voraussetzungen erfüllen. Bestandskunden mit Bahn-Comfort-Status sollen automatisch mindestens das mittlere Statuslevel erhalten. Die Laufzeit ihres bisherigen Status bleibt dabei bestehen. Durch die Neuerungen soll zunächst niemand schlechtergestellt werden, heißt es seitens der Deutschen Bahn.

Pro Bahn: Ständige Loungenutzung erst ab 2500 Euro Umsatz verständlich

Der Fahrgastverband Pro Bahn nennt das neue Programm ein „System mit Licht und Schatten“. Dem Fahrgastverband zufolge werde die Lounge allen Leveln zur Verfügung stehen, in der ersten Stufe jedoch begrenzt. Der Ehrenvorsitzende des Verbands, Karl-Peter Naumann, befürwortet, dass Kunden und Kundinnen ab Juni „schon ab 1500 Euro Umsatz ein paarmal mit Gutschein die Lounge nutzen dürfen“. Dass die ständige Nutzung der Lounge von bisher 2000 Euro Umsatz auf 2500 Euro angehoben wird, sei verständlich. „Die Steigerung spiegelt die seit Einführung eingetretenen Preiserhöhungen wider“, sagt Naumann.

Darüber hinaus würden die Lounges nun renoviert und an einigen Bahnhöfen Premium-Lounges statt eines Erste-Klasse-Bereichs für Premiumkunden geschaffen – das sei erfreulich. „Die DB tut hier schon einiges für ihre wichtigsten Kunden“, sagt Naumann. Die Information der bestehenden Comfort-Kunden und ‑Kundinnen sei der Bahn dabei nicht gelungen. Viele glaubten, sie würden ihren Status verlieren – obwohl das nicht der Fall sei.

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Eine weitere Neuerung ist die Bahn-Bonus-App. Die Nutzung der Vorteile soll ab Juni ausschließlich digital möglich sein. Es sei gut, dass die App nun eine wirkliche Funktion bekomme, indem der Zugang zur Lounge darüber möglich sei, sagt Naumann. Diese Exklusivität schließt allerdings Teile der Kundschaft aus. „Warum nur mit der App?“, kritisiert er. Nicht alle Kunden und Kundinnen hätten ein Smartphone. „Warum lässt man den Kundinnen und Kunden nicht die Wahl?“

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