Deutsche Bahn in Not: Nur 20 Prozent der ICE-Züge voll funktionsfähig

Auf den neuen ICE 4 setzt die Deutsche Bahn große Hoffnungen.

Auf den neuen ICE 4 setzt die Deutsche Bahn große Hoffnungen.

Hannover. Der Deutschen Bahn fehlt Personal, um ihre ICE-Züge rechtzeitig zu reparieren. Deshalb seien nur 20 Prozent aller ICEs voll funktionstüchtig, berichtet das ARD-Magazin „Kontraste“. Es beruft sich auf interne Dokumente der Deutschen Bahn, in denen es heiße, dass die Züge verspätet in die Werkstätten kämen und daher oft nur Zeit für sicherheitsrelevante Reparaturen bleibe.

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Zugbegleiter bestätigen dem Magazin, dass Züge teilweise Wochen oder Monate mit denselben Mängeln unterwegs seien. „Ein System, das über Jahrzehnte auf Sparen getrimmt worden ist, kollabiert nun“, kommentierte das der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky.

Der Deutschen Bahn fehlen fast 6000 Mitarbeiter

Große Probleme hat die Deutsche Bahn demnach auch, alle ihre Stellen zu besetzen. So fehlten dem Konzern fast 6000 Mitarbeiter im „betriebskritischen Bereich“, etwa Lokführer, Instandhaltungskräfte und IT-Spezialisten. Über das Thema dürfte auch der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn diskutieren, der an diesem Donnerstag in Berlin tagt.

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Ebenso in der Tagesordnung steht dann die Pünktlichkeit der Züge. Bahnchef Richard Lutz versprach zuletzt, mit Hochdruck an diesem Problem zu arbeiten. „Die Kunden haben mehr verdient“, sagte er im Video-Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland).

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) erwartet schon bald bessere Pünktlichkeitswerte der Deutschen Bahn. „Ich möchte, dass es Fortschritte gibt schon im ersten Halbjahr 2019“, sagte er. Auch im Schienengüterverkehr müsse es viel besser laufen: „Ich verstehe nicht, dass wir in wirtschaftlich prosperierenden Zeiten an manchen Stellen so viel Defizit einfahren.“

Deutsche Bahn will Pünktlichkeit verbessern

Über zusätzliche Investitionszuschüsse des Bundes an die Bahn ist nach Worten Scheuers noch nicht entschieden. „Erst werden wir Ziele und Maßnahmen formulieren, dann reden wir übers Geld“, sagte der Minister. Lutz stellte fest, bei den 5 Milliarden Euro, über die zuletzt diskutiert worden sei, handele es sich um eine Summe, die die Bahn selbst aufbringen wolle, um Servicequalität und Pünktlichkeit zu verbessern. An diesem Donnerstag und Freitag berät der Bahn-Aufsichtsrat über diese Themen.

Von pach/dpa/RND

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