Kommentar zur Aktienkrise

Die manisch-depressive Hightechwelt

Wiedergewonnene Portvielfalt: Apple hat gelernt, dass bei Notebooks Design nicht alles ist.

Wiedergewonnene Portvielfalt: Apple hat gelernt, dass bei Notebooks Design nicht alles ist.

Frankfurt am Main. 1000 Milliarden Dollar sind in einer knappen Woche verbrannt. Aber keine Sorge, es handelt sich nur um Buchwerte. Um rechnerische Verschiebungen für die 100 wichtigsten Aktien an der US-Technologiebörse Nasdaq. 1000 Milliarden: Die Zahl ist gleichwohl Beleg für die These von der manisch-depressiven Verfassung der Börsen, die der renommierte Ökonom Peter Bofinger vertritt. Bei Hightechaktien ist das besonders stark ausgeprägt. Das hat damit zu tun, dass in dieser globalisierten und von Oligopolen beherrschten Branche gigantische Gewinne erzielt werden können, die es sonst nirgendwo gibt.

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Desinteresse der Politik

Was die Erwartungen von Investoren ins Astronomische treibt. Und das führt zwangsläufig auch zu großen Enttäuschungen bei Investoren – so wie jetzt. Der Ukraine-Krieg kann die Welt in eine schwere ökonomische Krise stürzen. Die aktuellen Einbußen bei den Hightechaktien nehmen das in übertriebener Form vorweg. Aber davon darf man sich nicht irritieren lassen. Die allumfassende Digitalisierung unserer Lebens- und Arbeitswelt ist trotz Verwerfungen bei Chipherstellern und Softwarekonzernen eine sehr robuste Angelegenheit. Sie kann durch eine Wirtschaftskrise zwar gebremst, aber nicht gestoppt werden.

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Zurückliegende Rückschläge im Hightechsektor führten aber dazu, dass Manager und Politikerinnen und Politiker ihn immer wieder aus den Augen verloren haben. So kam es, dass Europa in der Chipfertigung den Anschluss verloren hat. Etwas Vergleichbares darf uns nicht noch einmal passieren. Da geht es nicht um manisch-depressive Börsianer, sondern um knallharte Realpolitik. Denn von einer klugen Digitalisierung hängt unser künftiger Wohlstand ab.

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