Dobrindt verhängt Zulassungs-Verbot für Porsche Cayenne

Porsche ordnet europaweit für 22 000 Fahrzeuge des Cayenne 3 Liter TDI einen Pflicht-Rückruf an.

Porsche ordnet europaweit für 22 000 Fahrzeuge des Cayenne 3 Liter TDI einen Pflicht-Rückruf an.

Berlin. Wegen der Entdeckung einer illegalen Abgas-Software muss Porsche weitere Diesel-Auslieferungen des Geländewagens Cayenne stoppen. Für den Typ Cayenne 3.0 TDI wurde ein Zulassungsverbot verhängt, wie Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) am Donnerstag in Berlin sagte.

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Europaweit müssen außerdem 22 000 schon zugelassene Wagen in einem Pflicht-Rückruf nachgebessert werden, davon 7500 in Deutschland. Bei amtlichen Tests wurde eine Technik festgestellt, die erkennt, dass der Wagen auf einem Abgas-Prüfstand steht - ansonsten ist der Schadstoffausstoß aber deutlich höher.

Auf dem Prüfstand sei eine „Aufwärmstrategie“ angesprungen, die im realen Verkehr nicht aktiviert werde, erläuterte Dobrindt. Mit aktiver Funktion habe der Ausstoß von Stickoxid (NOx) im Labor 94,9 Milligramm betragen, bei deaktivierter Funktion bis zu 138,55 Milligramm.

Zusammen mit anderen Bedingungen habe das Fahrzeug die Testsituation erkannt. Dazu habe gehört, dass Wagen üblicherweise „händisch“ auf einen Prüfstand gebracht würden. Die Kombination sei sehr komplex und „nicht sehr leicht ersichtlich“ gewesen. Sie werde als unzulässige Abschalteinrichtung der Abgasreinigung eingestuft.

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Der Sportwagenhersteller gibt sich leutselig

Porsche betonte, man habe sich mit den Erkenntnissen selbst beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gemeldet. „Porsche hat bei internen Untersuchungen Unregelmäßigkeiten in der Motorsteuerungs-Software festgestellt und diese aktiv dem KBA dargelegt“, teilte die VW-Tochter in Stuttgart mit. Nachgegangen werden soll zudem einem Verdacht, dass beim VW Touareg eine gleiche Wirkung bestehen könnte, wie Dobrindt sagte. Auch Volkswagen kündigte dies an.

Dobrindt sagte, es gebe keine Erklärung, warum sich diese Software in dem Cayenne-Modell der Emissionsklasse Euro 6 befinde: „Diese Fahrzeuge sind mit moderner Abgasreinigungstechnik ausgestattet.“ Sie seien daher eigentlich in der Lage, die Grenzwerte einzuhalten.

Da die Zulassung des Fahrzeugtyps in Luxemburg erteilt wurde, will das Verkehrsministerium nun gemeinsam mit dem EU-Partner vorgehen. Die Emissions-Genehmigung hatte das deutsche KBA erteilt.

Porsche verwendet für die Diesel-Variante des Cayenne Motoren der VW-Konzernschwester Audi. Dort hatten Tests ebenfalls eine unzulässige Abgas-Einrichtung bei einigen Modellen ans Licht gebracht.

Auch Audi hatte betont, sich selbst bei den Behörden gemeldet zu haben. Audi muss 24 000 Fahrzeuge zurückrufen. Das Unternehmen bestätigte, dass die betroffenen Cayenne von Audi zugelieferte Motoren haben.

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Von RND/dpa

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