Ermittler durchsuchen erneut VW-Zentrale

Volkswagen soll mit einer absichtlich falschen Ad-hoc-Meldung versucht haben, den Dieselskandal heruntergespielt zu haben. Die Ermittler gehen nun dem Verdacht der Marktmanipulation nach.

Volkswagen soll mit einer absichtlich falschen Ad-hoc-Meldung versucht haben, den Dieselskandal heruntergespielt zu haben. Die Ermittler gehen nun dem Verdacht der Marktmanipulation nach.

Wolfsburg/Braunschweig. In den neuen Ermittlungen gegen Unbekannt geht es vor allem um eine Ad-hoc-Mitteilung von VW aus dem Dezember 2015. Gut einen Monat vorher und damit kurz nach Bekanntwerden des Dieselskandals hatte VW zunächst mitgeteilt, es gebe „Anhaltspunkte für weitere Unregelmäßigkeiten“. Bei 800 000 Autos sei es zu „nicht erklärbaren Werten“ bei CO2-Messungen gekommen. Das legte nahe, dass für diese Autos die Verbrauchsangaben falsch sein könnten. Am 9. Dezember 2015 widerrief VW die Angaben und verschickte eine Ad-Hoc-Mitteilung, wonach nur noch neun Modellvarianten betroffen seien.

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Die Staatsanwaltschaft geht nun dem Verdacht nach, dass diese Mitteilung „objektiv inhaltlich falsch“ war, sagte ihr Sprecher Ziehe. „Wir haben Anhaltspunkte, dass mehr Fahrzeuge betroffen sind.“ Im Fokus stehen hier die angewandten Messtechniken, die möglicherweise zu besseren Ergebnissen geführt haben. „Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob Mitarbeiter von Volkswagen grob fahrlässig oder vorsätzlich gehandelt haben“, erläuterte Ziehe. Ein VW-Sprecher bestätigte die Durchsuchungen, wollte sich aber nicht weiter äußern.

Der Vorwurf lautet auf Marktmanipulation. Kurz nach Bekanntwerden der Nachricht im Dezember 2015, dass VW keine weiteren Verwerfungen im Ausmaß des Dieselskandals auch für CO2-Angaben drohen, hatten VW-Aktien kräftig zugelegt. Die Papiere kletterten an dem Tag um mehr als sechs Prozent. Nach den im Dieselskandal festgestellten Manipulationen bei Stickoxidwerten von Volkswagen reagierten die Aktienmärkte damals besonders nervös auf Nachrichten zu VW.

Von dpa/RND

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