Einige verdoppeln Preise – oder noch mehr

Es wird noch teurer: Stadtwerke rechnen 2023 mit erneuten starken Preiserhöhungen

Ein Mitarbeiter der Stadtwerke Kiel führt an den Leitungen des Gasspeichers der Stadtwerke Messungen durch.

Ein Mitarbeiter der Stadtwerke Kiel führt an den Leitungen des Gasspeichers der Stadtwerke Messungen durch.

Essen, Berlin. Die Stadtwerke in Deutschland rechnen mit deutlichen Preisaufschlägen für Verbraucher. Die Preissteigerungen lägen derzeit häufig zwischen 30 und 60 Prozent, sagte Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe (Mittwoch).

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Es gebe aber auch Stadtwerke, die ihre Preise mehr als verdoppeln müssten, „teilweise mehr“. Auch im kommenden Jahr werde mit Preiserhöhungen zu rechnen sein, da die Stadtwerke langfristig Gas beschafften.

Derzeit werde noch Gas eingesetzt, das vor einem oder vor zwei Jahren zu günstigeren Konditionen eingekauft worden sei, sagte der Chef des Stadtwerkeverbandes. Schon jetzt gebe es Stadtwerke, die den Preis mehr als verdoppelt oder verdreifacht hätten. „Und wenn wir auf die Börse schauen, dann kommen wir von unter 20 Euro pro Megawattstunde zu Beginn des vergangenen Jahres und liegen jetzt bei mehr als 300 Euro pro Megawattstunde. Solche Preise schlagen sich mittelfristig in der Preisbildung für die Endkunden nieder.“

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Bei kurzfristigen Verträgen, wie sie etwa viele gewerbliche Unternehmen abgeschlossen hätten, würden sich die Preissprünge schon jetzt bemerkbar machen, erklärte Liebing. Künftige Preissteigerungen hängen nach seinen Worten auch davon ab, ob es zu weiteren Lieferunterbrechungen von russischen Energielieferungen kommt.

Gas wird in Europa noch teurer

Grund ist wohl die Unterbrechung der russischen Lieferungen nach Europa durch die Pipeline Nord Stream 1.

Am frühen Mittwochmorgen wurden wie angekündigt die Gaslieferungen über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 gestoppt. Laut Website der Nord Stream AG floss in der Stunde von 3 bis 4 Uhr keine nennenswerte Menge mehr. Bereits in der Stunde davor war die Menge demnach gesunken.

Der Staatskonzern Gazprom hatte angekündigt, dass die Lieferungen über die zuletzt wichtigste Route nach Deutschland für russisches Gas wegen Wartungsarbeiten vorübergehend eingestellt werden. Demnach sollen die Lieferungen am frühen Samstagmorgen wieder aufgenommen werden. Der Chef der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, hatte gesagt, die Wartungsarbeiten seien technisch nicht nachvollziehbar. Zuletzt kamen über die Pipeline nur noch etwa 20 Prozent der maximal möglichen Menge. Nach Aussage Gazproms gibt es auch dafür technische Gründe, was unter anderem die Bundesregierung anzweifelt.

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Bereits im Juli war die Gaslieferung durch Nord Stream 1 mehrere Tage lang eingestellt worden - damals allerdings wegen alljährlicher Wartungsarbeiten, die die Nord Stream AG als Betreibergesellschaft langfristig angekündigt hatte.

RND/epd

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