EU-Firmen glauben Chinas Versprechen nicht

China ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands.

China ist einer der wichtigsten Handelspartner Deutschlands.

Peking. Trotz Chinas Zusagen, sich für freien Handel und Globalisierung stark zu machen, sehen sich europäische Firmen in der zweitgrößten Volkswirtschaft nach wie vor deutlich benachteiligt. Das Umfeld bleibe „eine Herausforderung“, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Europäischen Handelskammer in Peking.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Beinahe 50 Prozent der befragten Firmen gaben demnach an, dass es für sie im vergangenen Jahr schwieriger geworden sei, in China Geschäfte zu machen. Jedes zweite Unternehmen würde sich zudem weniger willkommen fühlen als noch bei der Ankunft.

Zweierlei Maß bei den Kontrollen

Als Reaktion auf die Abschottungstendenzen der USA unter Präsident Donald Trump hatte die chinesische Führung in den vergangenen Monaten immer wieder betont, die Öffnung der Märkte vorantreiben zu wollen. Zumindest die EU-Firmen scheinen nicht an diese Zusagen zu glauben. Nur 15 Prozent der Befragten rechneten laut Umfrage damit, dass die Hürden für Geschäfte in China in den kommenden fünf Jahren reduziert werden - 40 Prozent gingen sogar von einer Verschlechterung aus.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Als eines der Kernprobleme wurde wie schon in der Vergangenheit eine unfaire Behandlung im Vergleich zu heimischen Firmen genannt. 61 Prozent der EU-Firmen gaben etwa an, dass Umweltauflagen bei ihnen strenger als bei chinesischen Konkurrenten kontrolliert würden.

Skepsis über Investitionsungleichgewicht

„Besorgniserregend“ nannte die Kammer auch die ungleichen Investitionsbedingungen, wonach es Chinesen einfach hätten, in Europa Firmen zu übernehmen, andersherum aber große Beschränkungen bestünden. Im vergangenen Jahr seien Chinas Investitionen in die EU so um 77 Prozent auf mehr als 35 Milliarden Euro gestiegen. Investitionen in die entgegengesetzte Richtung gingen derweil um 23 Prozent auf acht Milliarden Euro zurück.

Kammer-Präsident Mats Harborn rief China und die EU dazu auf, ein Investitionsabkommen, das Regeln zur Marktöffnung vorschreiben soll, schnell unter Dach und Fach zu bringen.

Positive wirtschaftliche Entwicklung erwartet

Auch Deutschlands Maschinenbauer forderten einen besseren Zugang zum chinesischen Markt für europäische Investoren. „Derzeit profitieren chinesische Investoren vom offenen Zugang in Europa, ohne dass europäischen Unternehmen in China die gleichen Chancen eingeräumt werden“, kritisierte Thilo Brodtmann, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDMA. Das geplante Investitionsabkommen zwischen der EU und China sei daher längst überfällig.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Gute Nachrichten gab es derweil am Mittwoch von Chinas Statistikamt. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) im herstellenden Gewerbe lag im Mai bei 51,2 Punkten. Damit hat sich der wichtige Frühindikator im Vergleich zum Vormonat zwar nicht verändert, entwickelte sich aber besser als von Analysten erwartet, die mit einem Rückgang gerechnet hatten. Liegt der Index über der Grenze von 50 Punkten, ist von einer Expansion der Industrie auszugehen.

Von RND/dpa

Mehr aus Wirtschaft

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken