Was bringt G20 für deutsche Unternehmen?

Deutsche Wirtschaft erhofft sich von G20-Gipfel Impulse für Freihandel und sichere Lieferketten

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht beim G20-Gipfel bei einer Pressekonferenz.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) spricht beim G20-Gipfel bei einer Pressekonferenz.

Die Spitzenverbände von Industrie und Wirtschaft haben Bundeskanzler Olaf Scholz dazu aufgerufen, sich bei den G20-Verhandlungen in Bali vor allem für den Abbau von Handels­schranken einzusetzen. „Die deutsche Wirtschaft leidet unter zunehmend schwierigen internationalen Rahmenbedingungen: einem sich verstärkenden Protektionismus, dem russischen Krieg in der Ukraine, unterbrochenen Lieferketten sowie Energiekrisen“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handels­kammer­tags (DIHK), Peter Adrian, dem RND. „Das G20-Treffen auf Bali ist nun eine Chance, die Weichen bei all diesen und weiteren drängenden Themen wieder in die richtige Richtung zu stellen.“

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Absicherung und Diversifizierung

Wichtig sei, dass Deutschland und Europäische Union geschlossen aufträten und sich für den Abbau von Handels­hemmnissen einsetzten – etwa durch eine internationale Einigung auf einen Klimaclub, der Klimaschutz mit Freihandel verbinden könne, so Adrian. „Generell sollten sich die G20-Staats- und ‑Regierungschefs deutlich zur Reform der angeschlagenen Welthandels­organisation sowie zum Abbau von Handelshürden bekennen“, sagte der DIHK-Chef dem RND.

Ein Viertel der deutschen Arbeitsplätze hänge am Außenhandel, in der Industrie sogar jeder zweite, betonte er. „Statt einer Abkehr von globalen Lieferketten sollte daher die Absicherung und Diversifizierung von deutschen Handels­beziehungen die Richtschnur der deutschen Bundesregierung auf Bali sein.“

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Auch der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erhofft sich vom G20-Gipfel eine „Stärkung der multilateralen Ordnung“: „Die Staats- und Regierungs­chefs sollten die dringend notwendige Reform der Welthandels­organisation (WTO) mit konkreten Vorschlägen voranbringen“, sagte Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Haupt­geschäftsführung, dem RND. „Im Vordergrund sollten die Chancen einer fairen Globalisierung für alle Länder im internationalen Kontext stehen.“ Angesichts der vielen Krisenherde brauche es „mehr Kooperation und weniger nationale Alleingänge“, so Niedermark.

Gegen die Blockbildung

Der Mittelstands­verband BVMW betonte ebenfalls: „Wir wünschen uns von dem G20-Gipfel nicht nur eine Fokussierung auf Klimafragen, sondern dass auch verstärkt Verhandlungen über die Sicherung von Logistik- und Liefer­ketten sowie über die Wiederaufnahme von Investitions- und Freihandels­­abkommen getroffen werden“, sagte der Vorsitzende des Bundes­verbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, dem RND. „Wir brauchen eine Lösung, die die aktuelle Blockbildung zwischen China/Russland und dem Westen aufbricht oder handhabbar macht“, so Jerger.

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