Griechenland beliefert kleine Inseln

Arzneimittel per Drohne: die Medizin, die vom Himmel kommt

Die griechische Insel Andros hat etwa 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner und zählt damit zu den größten Inseln der Kykladen. Auf anderen wohnen weniger als 100 Menschen.

Die griechische Insel Andros hat etwa 10.000 Einwohnerinnen und Einwohner und zählt damit zu den größten Inseln der Kykladen. Auf anderen wohnen weniger als 100 Menschen.

Athen. Erst ist es nur ein kleiner dunkler Fleck über dem glitzernden Meer. Als er näherkommt, hört man das Surren der Rotoren, und dann landet die Drohne wie von Geisterhand gesteuert auf der Hafenpromenade. Dort wartet schon der Apotheker.

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So soll die Zukunft der Arzneimittelzustellung auf kleinen griechischen Inseln aussehen. In einem Pilotversuch hat das griechische Gesundheitsministerium mit dem Technikunternehmen Ucandrome und dem Telekommunikationsdienstleiter Nova sechs Monate lang das neue Verfahren erfolgreich getestet. Zur Vorstellung der Ergebnisse kamen Vertreter der beteiligten Firmen und eine Delegation des Ministeriums diese Woche aus Athen auf die kleine Insel Schoinousa (sprich: S-chi-nússa). Das Pilotprogramm sei „ein absoluter Erfolg gewesen“, sagte Gesundheitsminister Thanos Plevris. „Mit dieser neuen Technologie bekommen auch die Bewohner der abgelegensten Inseln einen besseren Zugang zu medizinischer Versorgung.“

Für den Probebetrieb hatten sich die Unternehmen die Kleinen Kykladen ausgesucht, eine Gruppe von etwa 30 kleinen Inseln und Felseneiladen, die zwischen den größeren Inseln Naxos und Amorgos liegen. Nur vier dieser Inseln sind ständig bewohnt: Auf Schoinousa leben etwa 230 Einwohnerinnen und Einwohner. Irakleia hat 140 Bewohner und Donousa etwa 160. Bevölkerungsreichste Insel der Kleinen Kykladen ist das 5,8 Quadratkilometer große Pano Koufonisi mit knapp 400 Menschen.

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„Wir sind seit Mitte März täglich von Naxos nach Schoinousa, Irakleia und Koufonisi geflogen, sofern es die Wetterbedingungen zuließen“, berichtet Christos Roilos, Direktor der Abteilung für Piräus und die Ägäis beim staatlichen griechischen Gesundheitswesen. Nach dem erfolgreichen Testbetrieb soll das Verfahren auch auf anderen Inseln eingeführt werden.

Anwohner sind verärgert: Bei Bauarbeiten wurde in Mackenrode ein Telekom-Kabel durchtrennt. Wochenlang waren 15 Haushalte ohne Internet, Festnetztelefon und Fernsehen. Zu allem Übel liegt der Ort teilweise auch in einem Mobilfunkloch. Erst vor einigen Tagen wurde der Schaden behoben.

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Nichts ging mehr: 15 Haushalte in einem Dorf bei Göttingen sind von der digitalen Außenwelt abgetrennt gewesen – und das nicht nur für Stunden oder Tage, sondern für Wochen. Schuld war eine folgenreiche Panne bei Bauarbeiten.

Gleichzeitig will das Gesundheitsministerium das bereits auf einigen Kleininseln erprobte Verfahren der Telemedizin weiter ausbauen. So ist das kleine Gesundheitszentrum der Insel Schoinousa jetzt online mit dem Attika-Klinikum in Athen verbunden. Das ermöglicht Diagnosen, die auf der Insel selbst mit den dortigen Geräten bisher nicht möglich waren.

Teilweise weniger als 100 Bewohner

Griechenland hat 3045 Inseln. Davon sind 113 ständig bewohnt. Manche Kleininseln in der Ägäis und im Ionischen Meer haben weniger als 100 Einwohnerinnen und Einwohner. Sofern es dort überhaupt eine Apotheke gibt, sind dringend benötigte Arzneimittel oft nicht vorrätig. Bisher mussten die Patientinnen und Patienten auf die Fähren warten, die aber im Winter nicht jeden Tag verkehren. In Notfällen werden dringend benötigte Medikamente mit Schnellbooten oder Hubschraubern der Küstenwache auf die Inseln gebracht.

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Der Transport per Drohne ist wesentlich kostengünstiger und spart Ressourcen. Die ferngesteuerten Fluggeräte nutzen zur Steuerung die Daten von GPS-Satelliten und das 5G-Mobilfunknetz. Gesundheitsminister Plevris verspricht sich von der neuen Logistik „ein Gefühl der Sicherheit für die ständigen Bewohner der kleinen Inseln, aber auch für die Touristen.“

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