IT-Vorstand Kim Hammonds verlässt Deutsche Bank

Auf einer Führungskräftetagung bezeichnete Kim Hammonds die Deutsche Bank als unfähigstes Unternehmen, für das sie je gearbeitet habe.

Auf einer Führungskräftetagung bezeichnete Kim Hammonds die Deutsche Bank als unfähigstes Unternehmen, für das sie je gearbeitet habe.

Frankfurt. Nach Vorstandschef John Cryan verlässt jetzt auch IT-Vorstand Kim Hammonds die Deutsche Bank. Die Managerin, die zuletzt mit harscher Kritik am eigenen Haus für Wirbel gesorgt hatte, scheidet in gegenseitigem Einvernehmen zur Hauptversammlung am 24. Mai aus, wie die größte deutsche Bank am späten Mittwochabend in Frankfurt im Anschluss an eine Aufsichtsratssitzung mitteilte.

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Hammonds, die als Vertraute des abgelösten Vorstandschefs Cryan gilt, saß erst seit Anfang August 2016 im Vorstand. Die ehemalige Boeing-Managerin sollte die laut Cryan „lausige“ IT der Bank auf Vordermann bringen. Tatsächlich sank die Zahl der verschiedenen Betriebssysteme von einst 45 auf zuletzt 32.

„Unfähiges Unternehmen“

Mit harscher Kritik an der Bank sorgte Hammonds jüngst allerdings für Schlagzeilen. Bei einem Treffen der 150 wichtigsten Führungskräfte hatte die Managerin Medienberichten zufolge gesagt, die Bank sei das unfähigste Unternehmen, für das sie je gearbeitet habe („the most disfunctional company“). Nachdem sich Hammonds auf der Tagung um Kopf und Kragen geredet hatten, sahen Experten ihre Ablösung als Vorstand nur noch als eine Frage der Zeit.

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Zum Abschied gab sich Hammonds laut Mitteilung versöhnlich: „Ich weiß die Deutsche Bank auf einem guten Weg, um ihre Position als führender Finanzdienstleister zurückzuerobern. Ich wünsche der Bank jeglichen Erfolg und danke dem ganzen Team für die unermüdliche Arbeit, um die Bank besser zu machen.“

Noch kein Nachfolger

Aufsichtsratsvorsitzende Paul Achleitner teilte mit: „Kim Hammonds hat frischen Wind in die Bank gebracht – mit dem Blick von außen und viel Erfahrung mit organisatorischen Veränderungen.“ Trotzdem wollte man sie nun anscheinend schnell loswerden – es gibt bisher noch nicht einmal einen Nachfolger. „Über die Nachfolge wird der Aufsichtsrat in Kürze nach Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden entscheiden“, heißt es.

Vor kurzem war der frühere Vorstandschef John Cryan vom ehemaligen Vize und Chef der Privatkunden- und Firmenkundensparte, Christian Sewing abgelöst worden. Der andere bisherige stellvertretende Vorstandschef, Marcus Schenck, wird die Bank ebenfalls zur Hauptversammlung im Mai verlassen. Rechtsvorstand Karl von Rohr und der Kapitalmarktvorstand Garth Ritchie rücken auf die Posten der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden vor.

Von dpa/RND/ang

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