Kommentar

Windkraftausbau: Es wird nicht ohne Konflikte gehen

Rund 150 Menschen haben am Samstag in Ferdinandshof (Landkreis Vorpommern-Greifswald) gegen den Ausbau der Windenergie in MV demonstriert.

Windkraftgegner in Ferdinandshof (Landkreis Vorpommern-Greifswald).

Die Deutschen und die Windenergie verbindet eine wechselvolle Geschichte. In den 1970er- und 1980er-Jahren standen die Windräder vor allem für die Hoffnung auf eine Ende des schmutzigen Stroms aus Braunkohle, Steinkohle oder Atomkraft. Für technologischen Fortschritt und mehr Umweltschutz. Und für manche Westdeutsche waren sie auch einfach nur ein Symbol für die Ferien – standen die Mühlen doch vor allem in den Urlaubsregionen an Nord- und Ostsee.

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Die Romantik der Anfangsjahre ist irgendwann dem Ärger gewichen. Mit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 schossen die Windräder auch jenseits der Küsten vielerorts aus dem Boden – und sie wurden immer größer. Das löste Proteste von Anwohnern – und ja, auch Naturschützern aus. Der Widerstand gegen die „Verspargelung der Landschaft“ wurde so groß, dass der Ausbau fast vollständig zum Erliegen kam. Energiewende ja bitte – nur nicht in Sichtweite meines Hauses oder meines Waldes – so lautete das Motto.

Blockade zwischen Windkraft und Artenschutz soll aufgelöst werden

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundesumweltministerin Steffi Lemke stellen neue Eckpunkte für die zukünftige Windkraft und den Artenschutz vor.

Die letzte Bundesregierung ist daran gescheitert, diesen Widerstand zu brechen. Sie hat es auch nicht mit letzter Konsequenz versucht. Insofern ist es schon ein Verdienst, dass Wirtschaftsminister Robert Habeck nun ernst macht. Der Vizekanzler will von den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten keine Ausreden mehr hören, er will Ergebnisse sehen. Und er hat damit Recht.

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Seine Vorgänger haben nicht nur wertvolle Zeit verspielt, sondern auch die einstmals boomende deutsche Windkraftbrache in eine tiefe Krise gestürzt. Für die Energiewende und den ökonomische Wohlstand des Landes war das fatal. Der russische Angriff auf die Ukraine führt all den Skeptikern und Bremsern nun schonungslos vor Augen, dass es Zeit ist, mit der Abhängigkeit von fossilen Energieimporten Schluss zu machen. Das wird nicht ohne Konflikte gehen. Es ist aber ohne Alternative.

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