Kritik an Risikokapitalgeber

Neuausrichtung der Luca-App mit zahlungskräftigen Investoren – darunter ein Oligarch

Ein QR-Code für das einchecken in der Luca App ist auf einem Tisch im Außenbereich eines Restaurants zu sehen. MV will künftig nicht mehr auf die Luca-App zur Kontaktverfolgung zurückgreifen.

Neuausrichtung der Luca-App: Künftig soll sie anders in der Gastronomie eingesetzt werden.

Entwickelt wurde die Luca-App während der Corona-Pandemie, um Kontakte nachzuverfolgen. Doch das soll sich bald ändern und ein neues Luca-Zeitalter eingeläutet werden. Statt zur Kontaktverfolgung soll das Tool künftig zur Digitalisierung von Gastronomiebetrieben eingesetzt werden. Zahlungskräftige Investoren sind für die Neuausrichtung bereits gefunden – einer davon hat enge Verbindungen nach Russland.

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Schrittweise soll die App in den kommenden Wochen in ausgewählten Restaurants starten. 100 Betriebe sollen während dieser Vorphase integriert werden, bestätigt Luca-Chef Patrick Hennig im Gespräch mit tagesschau.de. Die Neuausrichtung der Luca-App soll für ein besseres Kundenerlebnis sorgen und Vorgänge wie Bestellen, Bezahlen, aber auch das Trinkgeldgeben vereinfachen.

Doch besagte Neuausrichtung der App ist kostspielig: 30 Millionen Euro haben die Luca-Macher im Rahmen einer Finanzierungsrunde sammeln können. Zu den Risikokapitalgebern für die Berliner Culture4Life GmbH gehören die Unternehmen Target Global, The Delta und embedded/capital. Erstgenannter Risikokapitalgeber steht derzeit in der Kritik – wegen seiner Verbindungen nach Russland.

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Wer steckt hinter Target Global?

Target Global ist eine Investmentfirma, die an verschiedenen deutschen Start-ups beteiligt ist. Dazu zählen etwa die Banking-App Revolut, Lieferdienst Flink oder Gebrauchtwagenhändler Auto1. CEO und Mitbegründer ist Alexander Frolov. Bei dessen Vater, der ebenfalls Alexander Frolov heißt, handelt es sich um einen russischen Oligarchen. Laut „Forbes“ verfügt Alexander Frolov Senior über ein Vermögen von 2,6 Milliarden Dollar. Und er ist einer der Geldgeber von Target Global, was zur Folge hat, dass der Berliner Risikokapitalgeber aktuell in der Kritik steht.

Wie tagesschau.de weiter berichtet, habe das Unternehmen Target Global in London auf die Nachfrage, wer zu den Geldgebern hinter Target gehört und ob Alexander Frolov Senior einer von ihnen sei, nur ausweichend reagiert: „Target-Investoren sind europäische, nordamerikanische und asiatische institutionelle Anleger, Family Offices und Unternehmen, die alle sorgfältig geprüft wurden“, erklärt Kommunikationschefin Ambartsumian.

Bisher steht Frolov auf keiner Sanktionsliste, die aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine von zahlreichen westlichen Ländern verhängt wurden. Gegenüber der „Tagesschau“ betonte Luca-Gründer Patrick Hennig, dass die Vereinbarung mit Target Global bereits im Januar geschlossen wurde – Wochen vor dem russischen Angriff auf die Ukraine. Zwei Dinge seien ihm von Target Global vor diesem Hintergrund versichert worden: „Erstens, dass keine sanktionierten Personen involviert sind und kein sanktioniertes Geld in den Fonds investiert ist. Zweitens, dass Target Global und alle beteiligten Personen den russischen Angriffskrieg in der Ukraine aufs Schärfste verurteilen.“

Beunruhigt sei Hennig durch die Russland-Verbindungen von Target nicht, erklärt er weiter: „Wir haben uns bewusst für Target entschieden aufgrund ihrer Expertise und ihrer Kenntnis des Ökosystems in Deutschland und Europa.“

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RND/liz

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