Bad Eilsen / Schließung

Am Kurpark: Das größte Hotel im Ort ist dicht

Hat mit dem „Hotel am Kurpark“ abgeschlossen: Gastronom Dieter Kleen. Fotos: tw

Hat mit dem „Hotel am Kurpark“ abgeschlossen: Gastronom Dieter Kleen. Fotos: tw

Bad Eilsen/Luhden (tw). Dass das 1920 gebaute Hotel am Kurpark jetzt dicht ist, ist für ihn eine Spätfolge der etwa viermonatigen Sanierung; das Haus konnte im Zuge der Arbeiten zwischen Anfang Januar und Anfang Mai keine Gäste beherbergen. "In diesen Zeitraum", so der Gastronom, "fielen die Cebit und die Hannover-Messe". Beides Veranstaltungen, die für Dieter und Ljubica Kleen sonst eine sichere Bank sind; dann ist das Hotel ausgebucht. Nicht so diesmal: Auf einen Verlust von 10 000 bis 15 000 Euro beziffert das Ehepaar den diesjährigen Ausfall und sagt: "Das hat uns am Kurpark das Genick gebrochen."

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Als die Kleens dann Anfang Mai wieder eröffneten, habe sich die Sanierung aber noch aus einem anderen Grund als – zu schwere – Bürde erwiesen: „Weil ein Ende der Sanierungsarbeiten zu Beginn des Jahres noch nicht absehbar war, haben wir auf den Buchungsportalen HRS, booking.com und hotel.de keine Werbung mehr gemacht“, so der Bad Eilser. Eine Durststrecke mit weiteren Einnahmeausfällen habe sich abgezeichnet. Angesichts dessen jetzt noch einmal richtig Gas zu geben – „das würde sich betriebswirtschaftlich nicht rechnen“, ist Kleen fest überzeugt. Umso weniger, als der Mietvertrag mit Blindow ohnehin im Februar 2012 ausgelaufen wäre.

Nach Angaben von Kleen hatte das Schicksal in Form eines undichten Heizungsrohres Ende vergangenen Jahres im Obergeschoss des Hotels am Kurpark seinen Lauf genommen. Der Wasserschaden wurde zwar zunächst repariert, doch dann barsten weitere Rohre und setzten das Haus unter Wasser. „Das hatte nichts mit dem kalten Winterwetter zu tun“, erinnert der Hotelier. Ursache sei das hohe Alter der Leitungen; die alten Graugussrohre seien spröde geworden. Daraufhin wurde im Januar 2010 die alte Heizungsanlage saniert, Rohre und ein Teil der Heizkörper wurden ausgetauscht. Fast noch aufwendiger war die dann folgende Trocknung: Das Wasser war tief in die alten Holzdecken und zum Teil in die Wände eingedrungen.

Mit der Wiedereröffnung Anfang Mai sollte das Hotel den Gästen dann mehr Komfort bieten. Aus kleinen Doppelzimmern wurden Einzelzimmer; Gäste hatten sich gelegentlich über zu kleine Zimmer beklagt. Außerdem gab es neue Fußbodenbeläge und einen neuen Innenanstrich in frischen freundlichen Farben. Damit strebte Kleen die Klassifizierung als Dreisternehotel Garni nach den Richtlinien des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes an. Auch das ist nun Geschichte …

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Doch der Gastronom ist angesichts der Schließung alles andere als verzweifelt. Er sagt: „Wir haben jetzt umso mehr Zeit, all unsere Energie in den Landgasthof Klein Eilsen zu stecken.“ Dieses von den Kleens am 12. März 2009 neu eröffnete Hotel, aber auch das Restaurant würden „sehr, sehr gut angenommen“; letzteres vor allem Dank der dort servierten Steaks vom friesischen Ochsen. Kleen zufolge liegt die Auslastung der acht Zimmer mit ihren 15 Betten ständig bei wenigstens 60 Prozent.

Und Zimmer – die soll's in Klein Eilsen sogar noch mehr geben. "Wir bauen derzeit im Nebenhaus eine Ferienwohnung aus, die über drei Zimmer und fünf Betten verfügen wird", sagt Kleen. Angeboten werden soll sie, sobald in Obernkirchen/Vehlen der Bau des Schaumburger Klinikums beginnt; denn die Wohnung soll sich vor allem als Quartier für Handwerker und andere am Bau Beschäftigte eignen.
Zur Erinnerung: Das Gastronomen-Ehepaar hatte das Hotel am Kurpark, das früher als "Friedrichshof" firmierte und zuletzt fünf Jahre leer stand, zum 1. März 2006 aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Letzte Pächterin des Objekts an der Eilser Friedrichstraße war Heidi Steinmacher, die den "Friedrichshof" nach zehn Jahren am 28. Februar 2001 schließen musste. Mit dem Beginn der Gesundheitsreform vier Jahre zuvor war das Hotel immer schlechter gelaufen; hinzu kam, dass die Landesfinanzschule eigene Quartiere für ihre Lehrgangsteilnehmer schuf und auch diese Zielgruppe wegbrach. Selbst die Gäste von Caritas, Rotem Kreuz und Arbeiterwohlfahrt blieben aus. Insgesamt 400 Schreiben an die Verbände wurden mit einer einzigen Anfrage beantwortet. Letztmals voll belegt war der Friedrichshof 1996. Blindow hatte das Haus zuletzt als Schulungszentrum für Schüler aus China genutzt.

Bleibt nachzutragen: Nachdem das „Hotel am Kurpark“ geschlossen ist, ist jetzt das an der Harrlallee gelegene Landhaus Lahmann größtes Haus am Platz. Es verfügt über zehn Einzel- und sechs Doppelzimmer sowie drei Appartements.

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