Deckbergen / Firma Klebl

Bau mit tonnenschweren Legosteinen

Ein Grundgerüst aus Deckberger Produktion: Das Einkaufszentrum in der Bahnhofstraße zu Baubeginn. mld

Ein Grundgerüst aus Deckberger Produktion: Das Einkaufszentrum in der Bahnhofstraße zu Baubeginn. mld

„Lego für Große“, nennt Lars Siemers, Projektleiter in Deckbergen, den Aufgabenbereich seiner Firma, die Belieferung von Baustellen mit Fertigteilen aus Stahlbeton, augenzwinkernd. Im Einkaufszentrum in der Nordstadt wiegt keines dieser „Legosteine“ unter fünf Tonnen.

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Von der mehr als acht Meter hohen Wand bis zur Deckenstütze werden alle Einzelteile in Hallen hergestellt und dann auf der Baustelle „wie bei einem Puzzle“ zusammengesetzt. Doch schon bei der Planung eines Gebäudes mischt sich Klebl ein, um Architekten und Statikern Vorschläge zur Optimierung zu geben. Sobald es einen Bauplan gibt, wird gesehen, welche Einzelteile für das Projekt benötigt werden, für sie wird die Statik berechnet – und dann kann die Produktion beginnen.

In den vier Hallen auf dem Klebl-Gelände gibt es verschiedene Stationen: Zuerst werden Stahlstreben zugeschnitten und gebogen, dann werden die einzelnen Bauteile „geflochten“, wie es heißt, sie werden also zum Grundgerüst von Säulen und Wänden zusammengezurrt. Diese Stahlskelette kommen in Becken, die mit Beton aufgefüllt werden. Der Beton trocknet schnell, innerhalb von etwa drei Stunden. Vorsichtshalber aber ruhen die Bauteile über Nacht und werden am nächsten Morgen aus den Formen geholt und ins Außenlager gebracht.

Dort sollen sie möglichst nicht länger als eine Woche liegen – Geld bringen sie schließlich erst, wenn sie auf der Baustelle montiert wurden. „Von den Sachen hier könnte man eine ganze Halle bauen“, erzählt Siemers beim Rundgang über das Gelände, auf dem Betonwände und Pfeiler lagern wie gigantische Skulpturen.

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Übrigens hat fast jedes Unternehmen eine eigene Formel für ihren Beton: Natürlich müsse man sich nach den Normen richten, so Siemers, allerdings gebe es gewisse "Drehschrauben": Wann der Beton in welcher Geschwindigkeit gemischt wird zum Beispiel. Welcher Kies für die Betonherstellung verwendet wird, ist übrigens ausschlaggebend für die Farbe des Betons – der Klebl-Beton hat ein helles Weserkies-Grau.
Zur Montage auf der Baustelle gibt es eine "Kolonne", wie die drei- bis vierköpfigen Gruppen von Arbeitern genannt werden, die die fertigen Teile schließlich auf der Baustelle errichten und so das Skelett eines Gebäudes entstehen lassen. Etwa 15 Teile kann nach Klebl-Erfahrungswerten eine Kolonne pro Tag aufstellen.

In das Projekt Rintelner Einkaufszentrum war Klebl insgesamt viereinhalb Monate lang eingebunden, von der Planung bis zur insgesamt siebenwöchigen Montagearbeit auf der Baustelle.

Für Bauten mit regelmäßiger Architektur eignen sich Fertigteile besonders gut. „Das Einkaufszentrum in Rinteln ist in der Hinsicht ein einfaches Gebäude,“ erzählt Diplomingenieur Siemers.

Kommen die Kunden dann in das Einkaufszentrum, werden sie keine Stützpfeiler sehen: Sogenannter Spannbeton, Betonbalken, in denen ein unter Spannung stehender und damit leicht gekrümmter Stahlstab eingegossen wurde, trägt die Last der Decke. „Man kann Hallen so groß wie fünf Fußballfelder bauen, ohne sie von innen stützen zu müssen“, erklärt Siemers.

Solche Hallen betritt er gern: Baumärkte, oder, zusammen mit seiner Frau, IKEA. „Meine Frau sieht sich dann zuerst die Möbel an“, sagt er. „Ich gucke immer zuerst an die Decke.“

Der Einkaufskomplex mit Deichmann, Takko, dm und Kodi an der West- und Jibi und dem Gartencenter Schöttker an der Ostseite soll laut Stefan Kolodziejczyk von der Profilia-Planungsgesellschaft im März eröffnen. mld

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