Kreis Schaumburg / Gänsemast

Festbraten ohne Festpreis

Kreis Schaumburg (lpd, jcp). Rund 4000 Halter – vom Hobbybetrieb bis zum spezialisierten Geflügelhalter – beschäftigen sich zwischen Ems und Elbe mit der Aufzucht und Mast von Gänsen, sagt Dieter Oltmann, Geschäftsführer des Landesverbandes der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft. Rund 150 000 Gänse werden für die Saison zwischen Martinstag und Weihnachten gemästet.
Die niedersächsischen Gänsemäster bieten ihre Tiere in diesem Jahr günstiger an als 2008. Oltmann begründet dies mit dem starken Konkurrenzdruck durch gefrorene oder frische Gänse aus Polen und Ungarn, die auf den deutschen Markt drängen.
"Das machen wir nicht mit." Gesa Harkopf, die zusammen mit ihrem Ehemann Hans-Heinrich "Harkopfs Hofladen" in Habichhorst leitet, gibt sich kämpferisch. "Mit Preisen von drei Euro für die Gans können wir nicht konkurrieren, ohne dass es völlig unwirtschaftlich wird", sagt sie. Das Kilo koste im Habichhorster Dorfladen weiterhin 9,60 Euro. "Ob das die richtige Entscheidung war, lässt sich endgültig erst nach Weihnachten beurteilen."
Sollte es Einbußen geben, sei das aber immer noch kein Grund, dem "Ramsch" hinterherzueifern. Die Preise für polnische Gänse interessierten Harkopf nicht. "Wenn wir weniger Gänse verkaufen, werden wir nächstes Jahr eben weniger halten." Derzeit schätzt Harkopf den Bestand auf 100 bis 200 Tiere.
Dieter Oltmann zufolge sollten Verbraucher für eine Gans zwischen neun und knapp 14 Euro je Kilogramm einkalkulieren. Je nach Größe und Geschlecht bringt eine bratfertige Gans dabei zwischen vier und sechs Kilo auf die Waage. Am frischesten und günstigsten könnten Käufer ihren Festtagsbraten direkt beim Erzeuger erstehen. Sie sollten auf Inserate in der Zeitung oder auf die entsprechenden Schilder am Straßenrand achten.
Wer direkt beim Erzeuger kaufe, könne zudem sicher sein, keine Gans aus tierquälerischer Stopfmast zu erhalten. Das Verfahren, bei bei dem den Tieren ein Rohr oder Trichter durch den Schlund in die Speiseröhre eingeführt wird, ist in Deutschland seit Jahren verboten, in vielen anderen Ländern wie beispielsweise Ungarn und Frankreich aber immer noch an der Tagesordnung. Aus diesen Ländern stammten 80 Prozent der hier verkauften Gänse.

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