Minden: 30 Jahre Minda GmbH

Große Anlagen für die ganze Welt bauen

Erfolgreiches mittelständisches Unternehmen: Firmengründer Eberhard Falch und sein Sohn Robert leiten die Minda Industrieanlagen GmbH. Die beiden Leimbinderpressen im Hintergrund werden nach Russland exportiert. MT / Langenkämper

Erfolgreiches mittelständisches Unternehmen: Firmengründer Eberhard Falch und sein Sohn Robert leiten die Minda Industrieanlagen GmbH. Die beiden Leimbinderpressen im Hintergrund werden nach Russland exportiert. MT / Langenkämper

Am 6. April 1979 erfolgte die notarielle Gründung als formeller Akt. Kurze Zeit später schon nahm das junge Unternehmen in einer von der Karl Schwarze & Sohn KG gemieteten Halle an der Wittelsbacher-Allee in Minden mit 66 Beschäftigten die Produktion auf. „Mir dauerten die Entscheidungsprozesse in der Großindustrie zu lange“, beschreibt der in Kiel geborene Firmengründer Eberhard Falch seine Motivation, nach Jahren als Manager und angestellter Maschinenbauingenieur ein eigenes mittelständisches Unternehmen aus der Taufe zu heben.

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Der Maschinenbauer brachte die für einen Unternehmer notwendigen Eigenschaften mit: Innovationskraft zur Einführung neuer Produkte und zur Erschließung neuer Märkte, Beharrlichkeit und Weitsicht. Fast von Anfang an begleitete das Anlagenbauunternehmen den in den 1970er-Jahren einsetzenden Siegeszug des Holzleimbaus bei weit gespannten Tragwerken. „Schon 1979 haben wir die ersten acht hydraulischen Massivholzpressen in der damaligen DDR installiert“, erzählt Falch.

Besonders begehrt sind Minda-Produkte derzeit in ehemaligen GUS-Staaten. Gerade warten zwei große Leimbinderpressen auf ihren Abtransport nach Russland. Dort werden besonders viele Häuser aus Brettschichtholz gebaut. Die Palette für die Massivholzindustrie reicht von Kleinaufträgen und Einzellösungen bis hin zur Lieferung von Komplettanlagen, bei denen Minda vermehrt als Generalunternehmer für den Kunden tätig ist.

Außer Pressen stellt das im Mindener Industriegebiet an der Hans-Böckler-Straße produzierende Unternehmen vor allem für die arbeitsökonomische Lösung logistischer Probleme und einen reibungslosen Ablauf enorm wichtige Fördertechnik zwischen den einzelnen Produktionsstationen selbst her. „Einzelne Bestandteile wie Sägen stammen aus Fremdproduktion“, erläutert Robert Falch, Sohn des Firmengründers, der als Prokurist in die Geschäftsleitung eingestiegen ist und das Familienunternehmen in der zweiten Generation weiterführen wird.

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In der Wellpappen- und Kartonindustrie kommt der Fördertechnik eine zentrale Rolle zu. Seit zehn Jahren sind Kunststoffkettenförderer, die die klassischen Rollenbahnen abgelöst haben, eine Spezialität Mindas für Zwischenlager und Transportlinien im Bereich der Wellpappenerzeugung. Wegen ihrer leicht zu reinigenden Oberfläche entsprechen Kunststoffketten auch den hohen Hygieneanforderungen der Lebensmittelindustrie.

Aufbauend auf dem erworbenen Know-how aus der Wellpappen- und Massivholzindustrie, liefert Minda auch allgemeine Fördertechnik für geschlossene Gebinde und Stückgüter. Individuell konzipierte Förderer kann das Unternehmen für jede Branche der Region anbieten.

Die für den wirtschaftlichen Erfolg notwendigen technischen Innovationen stammen aus der eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung. „30 Prozent unserer Mitarbeiter sind Ingenieure“, verweist Robert Falch auf das Know-how der Konstrukteure, von Maschinenbauern, Elektrotechnikern und Informatikern. „Wir sind ein Ingenieurbüro mit angeschlossener handwerklicher Fertigung“, sagt Eberhard Falch.

In drei Jahrzehnten ist das Unternehmen organisch gewachsen. Das Umsatzvolumen, das im ersten Geschäftsjahr bei 7,4 Millionen D-Mark lag, hat sich – mit einem Exportanteil von 70 bis 80 Prozent – mehr als verfünfzehnfacht. Für dieses Jahr peilt Minda 59 Millionen Euro an. „Und wir werden weiter expandieren“, ist sich der Juniorchef sicher. Dazu tragen neben dem Stammwerk in Minden Tochterunternehmen in Tangermünde, Stadthagen und Almelo bei.

Rund 365 Mitarbeiter beschäftigt die Unternehmensgruppe, davon 210 im Stammwerk in Minden, 70 in Mindens Partnerstadt an der Elbe, 50 in Schaumburg-Lippe und 35 in den Niederlanden. Erfahrung genießt eine hohe Wertschätzung. 36 Mitarbeiter feierten ihr 25-jähriges Dienstjubiläum bei Minda, einer, Friedhelm Hägermann, vor zwei Jahren sogar sein 50-jähriges, nachdem er von Schwarze & Sohn mit zu Minda gewechselt war.

Die Nachwuchsrekrutierung spielt eine große Rolle. "Wir haben stets mehr als zehn Prozent Auszubildende gehabt", betont Robert Falch – in 30 Jahren mehr als 320 Azubis in den Berufsbildern Elektroniker, Konstruktionsmechaniker, Technischer Zeichner, Zerspannungsmechaniker, Industriemechaniker, Metallbauer und Industriekaufmann. Vorteil der Ausbildung gegenüber manch größerem Betrieb ist der direkte Kontakt zur Praxis durch den Einsatz in der Produktion. Der Erfolg zeigte sich zum Beispiel, als ein Auszubildender vor drei Jahren seine Ausbildung zum Energieelektroniker – Anlagenbau – als Jahrgangsbester auf NRW-Landesebene abschloss. Im Jahr darauf machte ein Auszubildender seinen Abschluss als Feinmechaniker mit besten Noten auf Kreisebene.
Minda-Anlagen produzieren auf nahezu allen Kontinenten. Nur in Südamerika tue man sich schwer. "Wir sind technischer Weltmarktführer", sagt Eberhard Falch selbstbewusst und fügt mit Blick in die Zukunft an: "Wenn wir den Status quo halten wollen, dann müssen wir wachsen. Ich bin sicher, dass wir gestärkt aus der gegenwärtigen Wirtschaftskrise hervorgehen werden." mt

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