Rinteln / Einzelhandel

Leerstände, die bald keine mehr sind

Hier soll demnächst ein neuer Mieter einziehen, ein Unternehmen aus der Textilbranche.

Hier soll demnächst ein neuer Mieter einziehen, ein Unternehmen aus der Textilbranche.

Rinteln (wm). Wie in anderen Städten rücken auch in Rinteln Filialketten dann nach, wenn Inhaber aus Altersgründen schließen. Doch in der Weserstadt gibt es zum Glück noch nicht den "Trading-down-Effekt" – was bedeutet, auf Einzelhandelsgeschäfte folgen Spielhallen, Wettbüros und ähnliche Vergnügungsstätten mit der Folge, dass in der Nachbarschaft auch Büros und Praxen abwandern.

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Positiv: Mit dem viel zitierten Wirtschaftsaufschwung ist auch der Markt für Gewerbeimmobilien in Bewegung und bietet neue Chancen für lange leer stehende Flächen auf neue Nutzer. Bei den Leerständen gibt es einen Mix aus kleinen Flächen und großen Gewerbeimmobilien. Kleine Läden seien optimal für Existenzgründer mit schmalem Portemonnaie, erläutert Roesler, und daher gebe es auch für Miniflächen immer Bedarf. Für ihn ein typisches Beispiel ist das ehemalige Bildergeschäft Pape neben Schuh-Bo an der Engen Straße: 30 Quadratmeter und eine niedrige Miete.

In der Braasstraße stehen zurzeit der ehemalige Avanti-Möbelmarkt und daneben die Flächen des Autohauses Dohmeier leer. Jens Wehmeier hatte nach 34 Jahren im April 2008 seinen Möbel-Abholmarkt geschlossen. Dem folgte ein Möbel-Discounter, der nach wenigen Monaten wieder schloss. Axel Dohmann und Torsten Hanking waren im Dezember 2008 ein paar Hundert Meter weiter in das frühere Opel-Autohaus am Stumpfen Turm umgezogen.

Ein Leerstand, für den es jetzt eine Perspektive gibt: Jens Wehmeier, Eigentümer beider Immobilien, wollte in einem Telefongespräch nur so viel verraten: Er habe ein Unternehmen, das an beiden Flächen interessiert sei, „diesmal nicht aus der Möbelbranche“.

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Ein weiterer Leerstand in der Braasstraße kommt unter den Hammer: Am 15. Dezember ist der Zwangsversteigerungstermin für die Immobilie der ehemaligen Fleischerei Sümenicht im Industriegebiet Süd, in der Röntgenstraße 9, Verkehrswert knapp über 410 000 Euro.

Dass die Drogeriekette Schlecker nicht mehr in Rinteln vertreten ist – am 3. November wurde die Filiale an der Bahnhofsstraße geschlossen – hat nichts mit der Konkurrenz DM im neuen Einkaufszentrum Nordstadt zu tun, sondern mit einer generellen Umstrukturierung der Drogerie-Kette. Wie mehrere Wirtschaftsdienste Anfang November meldeten, habe Schlecker landesweit Filialen geschlossen. Das Netz soll neu aufgebaut werden. Die Schlecker-Gruppe ist trotzdem noch in der Weserstadt präsent mit dem Drogeriemarkt Ihr Platz in der Fußgängerzone. 2007 hatte Schlecker die Ihr-Platz-Kette übernommen.

Die ehemalige Schlecker-Filiale an der Bahnhofsstraße wird nicht leer bleiben: Wie Immobileigentümer Günther Motzkau auf Anfrage mitteilte, habe er einen Nachmieter aus der Textilbranche gefunden, der dort demnächst einziehen will.

Nachdem Aldi wie Deichmann aus der Stoevesandtstraße ins Industriegebiet Süd umgezogen waren, hatte sich für die Aldi-Räume schnell ein Nachnutzer gefunden: der Sonderpostenmarkt Thomas Pilipps. Dieser plant jetzt, auch die restlichen Flächen, die ehemaligen Deichmannräume, mit zu nutzen.

Seit die Post im Juli 2009 aus ihrem Traditionsgebäude an der Klosterstraße ausgezogen ist, stehen die Räume leer. Christian Gregor, zuständig für Immobilien bei der Volksbank, ist optimistisch, denn eigentlich habe die ehemalige Post alles, was man sich als Nachnutzer wünschen könne: ein Raumangebot von 247 Quadratmetern, auf dem sich Büros wie Schulungsräume oder eine Arztpraxis realisieren ließen. Die Räume sind 2001 saniert worden und technisch auf dem neuesten Stand.

Ebenfalls noch im Angebot: Büroflächen im Telekom-Gebäude in der Bahnhofsallee 3. Die Situation in der Gastronomie: Noch sucht Michael Eggersmann einen Käufer für die ehemalige „Walliser Kanne“, das Schnittger-Haus in der Engen Straße.

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Auch die Pizzeria in der Detmolder Straße 8 wird voraussichtlich ab Ende des Jahres oder ab 31. März 2011 leer stehen. Die Pizzeriabetreiber wollen aus Alters- und Gesundheitsgründen aufhören, war zu hören. Dort sucht Hauseigentümerin Ingrid Meyer aus Hannover einen Nachfolger. Sollte jemand statt an einer Pacht am Kauf des Hauses interessiert sein, werde sie auch über diese Option nachdenken, erklärte Meyer in einem Telefongespräch.

Ein weiterer Leerstand ist seit Anfang November behoben: In die Räume von Eisen-Niemeyer an der Bahnhofsallee ist der Fabrikverkauf für MFO Matratzen Outlet, ein Unternehmen aus Elsdorf, eingezogen. In Rinteln berät Eva-Maria Renziehausen die Kunden. MFO stellt die Matratzen in eigener Produktion in Deutschland her und bietet eine breite Preispalette von 29 Euro (für eine Besuchermatratze) bis 899 Euro für ein Top-Produkt. Zu haben sind hier auch Bettwaren und Lattenrahmen.

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