Kommentar zur drohenden Wirtschaftskrise

So schnell wie möglich von der Ölabhängigkeit loskommen

Eine Erdölraffinerie in Brandenburg (Symbolfoto).

Eine Erdölraffinerie in Brandenburg (Symbolfoto).

Frankfurt. Erinnerungen an 1973 werden wach. Ein Ölpreisschock löste seinerzeit eine schwere globale Wirtschaftskrise aus. Das könnte sich nun wiederholen. Wenn Öl – nebst Gas – auf dem derzeit hohen Niveau verharrt, dann fressen sich Preiserhöhungen durch die gesamte Wirtschaft.

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Die Inflation galoppiert, drückt die Kaufkraft der Verbraucher, und Firmen halten sich mit Investitionen zurück. Was sich noch einmal potenzieren würde, wenn es ein generelles Embargo des Westens gegen russische Energie gäbe. Das sind die neuen ökonomischen Determinanten durch den Krieg gegen die Ukraine. Die Folgen für die westlichen Länder können deutlich heftiger ausfallen als 1973.

Die Opec+ spielt dabei eine entscheidende Rolle. Mit dem Plus ist vor allem Russland gemeint. Die Opec – mit Saudi-Arabien an der Spitze – war lange ein verlässlicher Krisenhelfer. Aus eigenem Interesse: Geht der Ölpreis zu hoch, würgt er die globale Konjunktur ab, und damit gehen auch die Einnahmen der Ölförderer zurück. Also hat die Opec in solchen Situationen die Förderung erhöht, um das Öl billiger zu machen.

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Saudischer Kronprinz steht auf Putins Seite

Aktuell sieht es sehr danach aus, dass dieser Mechanismus nicht mehr funktioniert. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman soll dem russischen Machthaber Wladimir Putin kürzlich versprochen haben, dass er dieses Mal auf seiner Seite stehe. So der renommierte Energieexperte Javier Blas. Das bedeutet: Die Förderung wird nicht heraufgefahren, auch wenn die Industrieländer in eine schwere Krise stürzen.

Das wäre eine historische Zäsur, die es noch dringlicher macht, von der Ölabhängigkeit so schnell wie möglich loszukommen.

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