„Grüner Energie-Korridor“

Statt Midcat: Spanien, Frankreich und Portugal einigen sich auf dritte Gaspipeline

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez(l), der französische Präsident Emmanuel Macron (m) und der portugisische Premierministers António Costa (r) unterhalten sich bei einem Meeting in Brüssel (20 Oktober 2022). Die Regierungen von Spanien, Frankreich und Portugal haben sich auf den Bau einer dritten Energie-Pipeline zwischen der iberischen Halbinsel und Frankreich geeinigt.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez(l), der französische Präsident Emmanuel Macron (m) und der portugisische Premierministers António Costa (r) unterhalten sich bei einem Meeting in Brüssel (20 Oktober 2022). Die Regierungen von Spanien, Frankreich und Portugal haben sich auf den Bau einer dritten Energie-Pipeline zwischen der iberischen Halbinsel und Frankreich geeinigt.

Madrid/Brüssel. Die Regierungen von Spanien, Frankreich und Portugal haben sich auf den Bau einer dritten Energie-Pipeline zwischen der iberischen Halbinsel und Frankreich geeinigt. Das neue Projekt namens „Grüner Energie-Korridor“ zwischen Barcelona und Marseille sei für grünen Wasserstoff gedacht, werde aber während einer Übergangszeit dem Transport von Gas dienen, das vom europäischen Energiemarkt wegen der „Erpressung“ durch Kremlchef Wladimir Putin benötigt werde, sagte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez am Donnerstag. Das Projekt soll die umstrittene Midcat-Gaspipeline ersetzen, die über die Pyrenäen verlaufen sollte. Bundeskanzler Olaf Scholz und Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hatten sich vor rund drei Wochen noch dafür ausgesprochen, Midcat bis 2025 zu errichten.

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Das Abkommen wurde wenige Stunden vor Beginn des EU-Gipfels bei einem Treffen zwischen Sánchez, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Portugals Regierungschef António Costa erzielt. Man werde über das neue Projekt am 9. Dezember im ostspanischen Alicante beim Treffen der Regierungschefs der Mittelmeer-Anrainer und Portugal weiter reden, sagte Sánchez.

Projektbestätigung von Macron und Costa

Das Projekt wurde von Macron und Costa bestätigt. Man werde das Vorhaben in den kommenden Wochen intensiv zu dritt ausarbeiten, erklärte der Franzose. Es handele sich um eine wichtige Frage der europäischen Solidarität. Gleichzeitig entspreche das Projekt „unserem Ziel, unsere Strategie des klimatischen und energetischen Übergangs fortzuführen“. Macron hofft für das Projekt auf eine Finanzierung durch EU-Mittel.

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Das gescheiterte Midcat-Projekt

Die Midcat-Pipeline solte von Barcelona über die Pyrenäen bis zur Anbindung an das französische Netz im südfranzösischen Barbaira führen. In Spanien ist die Röhre bis Hostalric 106 Kilometer südlich der Grenze fertig, in Frankreich fehlen etwa 120 Kilometer. Das Projekt war 2017 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit abgebrochen worden. Scholz und Sánchez warben dafür das Projekt bis 2025 zu beenden.

Eine Fortsetzung lehnte Macron ab. Er kritisierte die lange Bauzeit und die hohen Kosten des Projekts. Das berichtet unter anderem Deutschlandfunk.

RND/lka mit dpa

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