Tausende deutsche Firmen von US-Steuerreform betroffen

Im Dezember 2017 brachte US-Präsident Donald Trump die Steuerreform auf den Weg. Langfristig gesehen könnte sie der deutschen Wirtschaft schaden.

Im Dezember 2017 brachte US-Präsident Donald Trump die Steuerreform auf den Weg. Langfristig gesehen könnte sie der deutschen Wirtschaft schaden.

Berlin.
Zum Jahresbeginn 2018 sorgte US-Präsident Donald Trump mit seiner Steuerreform für Aufsehen. Darin enthalten ist eine erhebliche Ertragssteuer für Unternehmen, die nach "Spiegel"-Informationen auch deutsche Unternehmen dazu bewegen könnte, ihre Produktion vermehrt in die USA zu verlegen.

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Investitionen aus Deutschland in USA könnten steigen

„Durch die US-Steuerreform könnten Investitionen aus Deutschland in die USA tendenziell steigen, während Investitionen aus den USA nach Deutschland in geringerem Maße zunehmen dürften“, heißt es in einer noch unveröffentlichten Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Grünen, die dem Magazin vorliegt. Auf eine ähnliche Anfrage der FDP vor einigen Wochen reagierten die Beamten noch verhaltener und schrieben laut „Spiegel“, dass die Höhe der Steuern nur eine der Entscheidungskomponenten sei.

Rund 5000 deutsche Unternehmen direkt von US-Steuerreform betroffen

Aktuell seien demnach insgesamt 4762 Firmen (Stand 2015) von der US-Steuerreform betroffen, weil sie Tochtergesellschaften oder Zweigunternehmen in den USA unterhalten. Am schlimmsten trifft es die Automobilindustrie – 42 Prozent der Umsätze wurden im Jahr 2015 in den USA erzielt.

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„Keine konkreten Pläne von Unternehmen bekannt“

Verbesserte Abschreibungsregeln und die enorm niedrige Körperschaftsteuer sollen die deutschen Unternehmer in die USA locken. Nach „Spiegel“-Informationen arbeite das Finanzministerium bereits an Gegenmaßnahmen. Außerdem seien dem Ministerium noch „keine konkreten Pläne von Unternehmen bekannt, Wertschöpfungsanteile oder Strukturen aufgrund der US-Steuerreform kurzfristig in die USA zu verlagern“.

Finanzminister Scholz strikt gegen Steuersenkung

Trotzdem dürften die Steuererleichterungen in den USA für viele Unternehmen in Deutschland eine Versuchung darstellen, denn Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) positioniert sich strikt gegen eine Senkung der Unternehmenssteuer. Die Bundesregierung wartet derzeit noch die Konkretisierung und Prüfung einiger US-Vorschriften ab, um die tatsächliche Bedrohung für Deutschlands Wirtschaft abschätzen zu können, wie der „Spiegel“ weiter berichtet.

Von RND/lf

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