US-Justiz ermittelt gegen SAP

Der südafrikanische Korruptionsskandal bringt auch Softwarehersteller SAP in Bedrängnis

Der südafrikanische Korruptionsskandal bringt auch Softwarehersteller SAP in Bedrängnis

Johannesburg. Rund drei Monate nach dem Bekanntwerden von Korruptionsvorwürfen in Südafrika hat auch die US-Justiz Ermittlungen gegen den Softwarehersteller SAP aufgenommen.

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Wegen „Hinweisen auf Fehlverhalten“ seien gegen drei Manager in Südafrika disziplinarische Maßnahmen eingeleitet worden, teilte SAP am Donnerstag bei der Vorlage eines Zwischenberichts zu den Korruptionsvorwürfen mit.

SAP wird vorgeworfen, eine unüblich hohe Kommission an zwei politisch vernetze Firmen gezahlt zu haben, um sich Aufträge mit staatlichen Unternehmen in Südafrika zu sichern. SAP habe selbst die US-Börsenaufsicht SEC und das Justizministerium über die Vorgänge informiert und kooperiere in vollem Umfang. Das Unternehmen aus Walldorf ist auch an der Börse New York notiert.

SAP bittet um Entschuldigung und gelobt Besserung

Die vergangenen drei Monate hätten SAP Demut gelehrt, die Firma bitte Südafrika „von ganzem Herzen“ um Entschuldigung, sagte SAP-Vorstandsmitglied Adaire Fox-Martin bei einer Pressekonferenz in Johannesburg.

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Der Konzern teilte mit, in Folge der Vorwürfe seien mit sofortiger Wirkung Veränderungen der weltweiten Verkaufspraktiken beschlossen worden. Bei Geschäften mit staatlichen Unternehmen in Ländern, die auf dem Korruptionsindex von Transparency International mit einem Wert von unter 50 abschnitten, werde SAP keine Verkaufsprovisionen mehr zahlen, hieß es. Zudem werde SAP die Afrika-Rechtsabteilung stärken und Prozesse optimieren, so das Unternehmen.

Investigatives Reporterteam bringt Firmen in Bedrängnis

Der Kommissionsempfänger in Südafrika war eine obskure Firma für 3D-Drucker, hinter der die politisch bestens vernetzte Unternehmerfamilie Gupta stand. Die Brüder gelten als enge Freunde von Präsident Jacob Zuma und stehen im Zentrum eines Korruptionsskandals, der seit Monaten das Land erschüttert.

Südafrikas Anti-Korruptionsbehörde zufolge sollen die Guptas auch direkten Einfluss auf die Berufung von Ministern und die Auswahl von Topmanagern in staatlichen Unternehmen gehabt haben.

Die fragwürdigen Zahlungen waren im Juli von einem südafrikanischen Team investigativer Reporter namens „amaBhungane“ (Zulu für „Mistkäfer“) aufgedeckt worden. SAP suspendierte daraufhin Topmanager und leitete eine Untersuchung ein.

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Unter Hinweis auf die andauernde Untersuchung durch eine internationale Anwaltskanzlei wollte SAP keine Angaben dazu machen, welche Dienstleistung der Kommissionsempfänger tatsächlich erbracht hat. Die Untersuchung habe aber bislang keine Hinweise ergeben, dass SAP-Mitarbeiter direkt Schmiergeld bezahlt hätten.

Dem Unternehmen zufolge brachten die Verträge mit zwei staatlichen Firmen, dem Energieversorger Eskom und dem Logistikunternehmen Transnet, einen Umsatz von 660 Millionen Rand (heute rund 40 Millionen Euro), dafür sei eine Kommission von 107 Millionen Rand (rund 6,5 Millionen Euro) gezahlt worden.

Vor SAP hatte es auch die internationalen Wirtschaftsprüfer von KPMG erwischt. Sie sollen den Gupta-Brüdern unter anderem geholfen haben, sich regelwidrig Staatsgeschäfte zu sichern. Auch die Berater von McKinsey mussten fragwürdige Geschäfte mit staatlichen Unternehmen einräumen. Mehrere Banken haben indes aus Angst um ihren Ruf Gupta-Konten gekündigt.

Von dpa/RND

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