VW-Chef sieht Zeit klassischer Autohersteller vorbei - und zieht Nokia-Vergleich

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, bei einer Pressekonferenz in Wolfsburg im Januar.

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, bei einer Pressekonferenz in Wolfsburg im Januar.

Berlin/Wolfsburg. VW-Chef Herbert Diess hat die Manager seines Konzerns davor gewarnt, sich angesichts des massiven Umbruchs in der Autobranche auf den derzeit noch guten Zahlen auszuruhen. "Alles in allem: Gute Entwicklungen", meinte er am Donnerstag in einer Rede vor Führungskräften zur aktuellen Lage bei Volkswagen. "Aber zur Ehrlichkeit gehört auch: Der Sturm geht jetzt erst los."

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Entscheidend sei, dass der Wandel vom reinen Autohersteller zum Anbieter vernetzter Fahrzeuge allen bewusst werde. "Sind wir schon gut genug vorbereitet auf das, was da kommt?", fragte Diess. "2020 wird zeigen, wie wetterfest, agil, reaktionsfähig wir geworden sind."

Diess: Werden zusätzliches Aufholprogramm brauchen

Der US-Elektroautobauer Tesla habe inzwischen fast den gleichen Börsenwert wie Volkswagen. "Das Auto wird das wichtigste "Mobile Device"", betonte der VW-Chef. "Wenn wir das sehen, dann verstehen wir auch, warum Tesla aus Sicht der Analysten so wertvoll ist. (...) Sind wir schnell genug? Die ehrliche Antwort lautet: Vielleicht, aber es wird immer kritischer. Wenn wir in unserem jetzigen Tempo weitermachen, wird es sogar sehr eng." Diess zog eine Parallele zum ehemaligen finnischen Handy-Hersteller Nokia, der lange geglaubt habe, neue Produkt- und Nachfragetrends ignorieren zu können.

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"Die Zeit klassischer Automobilhersteller ist vorbei", meinte Diess. "Die Zukunft von Volkswagen liegt im digitalen Tech-Konzern – und nur da. Und wir werden ein zusätzliches Aufholprogramm brauchen, um alles Potenzial im Konzern dafür zu mobilisieren."

RND/dpa

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