Spritpreise explodieren

Warum Diesel gerade teurer als Super ist

Seit dem vergangenen Wochenende explodieren die Preise für Superbenzin und Diesel wie hier an einer Tankstelle in München.

Seit dem vergangenen Wochenende explodieren die Preise für Superbenzin und Diesel wie hier an einer Tankstelle in München.

Berlin. Tanken bereitet den meisten Autofahrern schon zu normalen Zeiten wenig Freude, im Moment allerdings packt viele beim Blick auf die Preise die blanke Wut. Bundesweit kostet der Liter Diesel am Montag um die 2,32 Euro, Super E 10 lag bei etwa 2,20 Euro.

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Diesel ist plötzlich teurer als Superbenzin. Für gewöhnlich ist das umgekehrt, weil der Staat weniger Mineralölsteuer für einen Liter Diesel kassiert. Wie kommt es zu dem Preisphänomen?

Wird viel Heizöl gekauft, steigt auch der Dieselpreis

„Dass Diesel derzeit teurer ist als Super 10, liegt nach unserer Einschätzung an der derzeit sehr hohen Nachfrage nach Heizöl“, sagt ein Sprecher des ADAC. Da derzeit unklar sei, wie die Versorgungslage im kommenden Winter ist, würden viele Haushalte bereits jetzt Heizöl einkaufen – eine ungewöhnliche Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren.

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Da sowohl Diesel als auch Heizöl aus Gasöl gewonnen werden, steigen die Preise für Dieselkraftstoffe in der Heizsaison traditionell ein wenig an. So stark wie in diesem Jahr allerdings war der Anstieg noch nie. Grund sind die Verwerfungen am Ölmarkt, die der Krieg in der Ukraine ausgelöst hat.

Immer weniger Abnehmer für russisches Öl

Da russisches Öl am Rohölmarkt derzeit wenig nachgefragt wird oder im Fall des US-amerikanischen Embargos gar nicht mehr importiert wird, steigen die Preise für das übrige Öl, das nicht aus Russland kommt. Während ein Barrel Öl der US-amerikanischen Sorte „WTI“ am 9. Februar noch knapp 90 Dollar kostete, liegt der Preis nun einen Monat später knapp über 120 Dollar. Die Nordsee-Sorte „Brent“ hat sich ähnlich stark verteuert. Die neuen Höchstpreise machen sich dann an den Zapfsäulen bemerkbar.

Sprit wird wohl noch teurer

Ob die Spritpreise langfristig so hoch bleiben werden, könne man schlecht abschätzen, heißt es vom ADAC. Das hänge vor allem davon ab, wie sich der Krieg in der Ukraine weiterentwickelt. „Kurzfristig ist leider davon auszugehen, dass die Kraftstoffpreise weiter steigen werden“, so der Sprecher des ADAC.

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Um die Autofahrerinnen und Autofahrer kurzfristig zu entlasten, werden verschiedene Vorschläge angebracht. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans am Dienstag auf Twitter eine Spritpreisbremse gefordert.

Der ADAC schlägt vor, die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe für einen befristeten Zeitraum von 19 auf 7 Prozent zu senken. Die Umweltorganisation Greenpeace hat in einem Papier ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 30 km/h in Städten angeregt, um Kraftstoff zu sparen.

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