Weil bezichtigt Piëch der Lüge

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Hannover. Piëch soll im Februar 2015 Informationen über einen möglichen Dieselbetrug von einem israelischen Sicherheitsunternehmen erhalten haben. Darüber hatte bereits die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Damit habe er den damaligen VW-Vorstandschef Winterkorn konfrontiert. Er habe die Sache im Griff, hätte Winterkorn entgegnet, so die Aussage Piëchs. Über dieses Gespräch will Piëch anschließend das Präsidium des Aufsichtsrats unterrichtet haben – darin waren damals neben Stephan Weil (SPD) und Bernd Osterloh auch Wolfgang Porsche und der frühere IG-Metall-Chef Berthold Huber. „Nicht beweisbar“, sagt Stephan Weil dazu. Er kenne die Vorwürfe Piëchs seit Monaten, sei aber nicht in die Offensive gegangen, da er und die anderen Präsidiumsmitglieder gehofft hätten, dass Piëch seine Vorwürfe gründlich prüft und diese zurückzieht.

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„Auch das Ergebnis einer unabhängigen Prüfung hätte ergeben, dass die Aussagen von Piëch unglaubwürdig sind – und dem stimm ich zu“, sagt Weil weiter. Zwar betonte der niedersächsische Ministerpräsident zum Anfang seines Statements deutlich, dass die Verdienste Piëchs um den VW-Konzern unbeschreibbar seien, allerdings lies sich Weil auf die Spekulationen ein, dass die Aussagen Piëchs im Zusammenhang mit seinem unglücklichen Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat zutun haben könnten. „Vielleicht gibt es da einen Zusammenhang.“

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Winterkorn

Piëch hatte laut früheren Medienberichten bereits wiederholt seinen einstigen engen Weggefährten, Ex-Konzernchef Winterkorn, schwer belastet. Auch dabei geht es um den Vorwurf, Winterkorn habe früher als bisher bekannt von den Abgas-Manipulationen bei Dieselfahrzeugen gewusst. Winterkorn will von den Manipulationen erst Anfang September 2015 erfahren haben. Er war kurz nach Bekanntwerden der Affäre zurückgetreten.

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Die Braunschweiger Staatsanwälte ermitteln gegen Winterkorn und andere frühere sowie aktuelle Manager wegen des Verdachts des Betrugs und der Marktmanipulation.

Winterkorns Anwälte hatten der Deutschen Presse-Agentur in der vergangenen Woche nach Berichten zu Vorwürfen Piëchs mitgeteilt, ihr Mandant werde sich dazu äußern, sobald ihm die Akten der Staatsanwaltschaft Braunschweig zur Einsicht vorgelegen hätten.

VW brüskiert Landtag in Diesel-Affäre

In der niedersächsischen Landespolitik wächst der Unmut über Volkswagen. Der Konzern erklärt, dem Landtag, keine vertraulichen Akten zur Dieselaffäre zur Verfügung stellen zu wollen. Niedersachsen Ministerpräsident Weil musste sich deshalb heftige Kritik von der Opposition anhören – von Versagen war die Rede. Weil indes betonte, dass "Volkswagen für Niedersachsen eine überragende Bedeutung" habe. Man sei nicht müde, den Konzern weiterhin zu unterstützen.

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Von RND/ran/fw/dpa

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