„Bricht mir heute das Herz“: Ex-Model über ihre Zeit bei Victoria’s Secret

Ex-Model Bridget Malcolm (29), die als „Engel“ arbeitete, nennt den angekündigten Imagewandel von Victoria's Secret einen „Witz“.

Ex-Model Bridget Malcolm (29), die als „Engel“ arbeitete, nennt den angekündigten Imagewandel von Victoria's Secret einen „Witz“.

Hannover. Es ist ein gerade mal 30-sekündiger Tiktok-Videoclip, doch der lässt tief in die absurde Modewelt blicken. Gepostet hat ihn das Ex-Model Bridget Malcolm, die unter anderem für das Unterwäschelabel Victoria’s Secret modelte. Das ist rund fünf Jahre her, was unter anderem geblieben ist: ein alter BH, der sinnbildlich für den Druck und das fragwürdige Schönheitsbild der „Engel“ steht.

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Zur Gesundheit zurückgefunden

„Ich habe meinen BH aus der Fashionshow 2016 gefunden“, schreibt die Australierin in dem Tiktok-Clip. Dieser habe die amerikanische Größe 30A, in deutschen Geschäften unter Körbchengröße 65A zu finden – vielleicht, denn gängig ist diese Größe bei uns nicht unbedingt.

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„Nun trage ich eine 30B, was für mich gesund ist“, erklärt Malcolm weiter, während sie den Victoria’s-Secrect-BH anzieht. Augenscheinlich ist ihr der BH heute etwas zu klein. Um die Problematik zu verdeutlichen, spielt sie ein Foto von sich ein, mit eben diesem BH aus dem Jahr 2016. „Schaut mal, wie groß er damals an mir aussah.“

„Diese Traurigkeit in meinen Augen“

Doch neben dem Blick auf den BH ist für die 29-Jährige noch etwas anderes erschreckend: „Diese Traurigkeit in meinen Augen während der Show 2016 bricht mir heute das Herz.“ Weiter erzählt das Ex-Model, dass sie ein Jahr später, 2017, den Job als Laufstegmodel für Victoria’s Secret verlor: „Für die Show 2017 wurde ich von Ed Razek abgelehnt. Er sagte, mein Körper sehe nicht gut genug aus.“ Ed Razek war viele Jahre lang Marketingchef bei Victoria’s Secret.

Imagewandel ist ein „Witz“

Vor gut einem Monat kündigte das Label Victoria‘s Secret an, unter anderem divers werden zu wollen. Malcolm findet dafür deutliche Worte: „Victoria‘s Secret, dein Imagewandel ist ein Witz.“ 2019 war die von vielen als sexistisch und antifeministisch bezeichnete Modenschau gestrichen worden.

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Nun will man mit „kultivierten Frauen“ wie US-Fußballstar Megan Rapinoe (35) und der indischen Schauspielerin Priyanka Chopra Jonas (38) anstelle von leicht bekleideten „Engeln“ das krisengeplagte Dessouslabelimage wieder aufpolieren. „Wir sind auf einem unglaublichen Weg, der größte Fürsprecher für Frauen weltweit zu werden“, sagte Firmenchef Martin Waters laut Mitteilung aus dem letzten Monat. Das sei eine „dramatische Veränderung“. Sie sei begeistert, einen Ort zu entwerfen, der „das echte Spektrum aller Frauen“ darstelle, wurde Fußballerin Rapinoe zitiert.

Schon seit Absetzen der Show im Jahr 2019 gibt es Kritik. Denn auch das Plus-Size-Model Ali Tate ist seit 2019 im neuen Victoria’s-Secret-Kosmos dabei. Doch das reicht vielen Menschen nicht. Sie trägt Unterwäsche in der Größe 14, was der deutschen Größe 42 entspricht. Ein Twitter-User bemängelt: „Ali Tate trägt Größe 14, das ist kleiner als die amerikanische Durchschnittsfrau (diese trägt eine 16). Aber ihr macht das schon.“ Dem schließt sich der US-Satiriker Perez Hilton via Twitter gänzlich ungehemmt mit den Worten „schämt euch“ an.

mit dpa

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