Das Überschall-Flugzeug der Nasa soll keinen Knall machen

Als Computermodell gibt es den Flugzeug-Prototyp des „X-Plane“ bereits.

Als Computermodell gibt es den Flugzeug-Prototyp des „X-Plane“ bereits.

Palmdale. Fast 20 Jahre nachdem eine Concorde der Air France nahe Paris explodierte, startet die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit dem "X-59 QueSST" den Bau eines Flugzeuges, mit dem Passagiere wieder mit Überschallgeschwindigkeit reisen sollen. Das Unternehmen Lockheed Martin soll für die Nasa nun einen Prototypen bauen. Dafür stehen dem Technologie- und Rüstungskonzern 247,5 Millionen US-Dollar (rund 220 Millionen Euro) zur Verfügung.

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Wettlauf um Geschwindigkeit

Weltweit tüfteln derzeit Konstrukteure daran, Nachfolger der britisch-französischen Concorde zu schaffen: Japan Airlines investierte rund 10 Millionen US-Dollar in „Boom Technologies“, ein texanisches Start-Up, das ein Revival der kommerziellen Überschallreise für das kommende Jahrzehnt in Aussicht gestellt hat. Das amerikanische Unternehmen „Spike Aerospace“ plant sogar, seinen „S-512“-Überschalljet bereits Ende des Jahres zu testen.

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Das Problem aller bisherigen Überschallflugzeuge: Wenn sie die Schallmauer durchbrechen, erzeugt das einen unglaublich lauten Knall. Das hat die enorm schnellen Flüge über Land bislang verhindert. Ein Überschallflieger, der keinen Knall mehr erzeugte, wäre ein kompletter Neuanfang in der Luftfahrt.

Leiser Schlag statt lautem Knall

Genau das wollen Lockheed Martin und die Nasa mit einer einzigartigen Struktur erreichen, die die Intensität eines dröhnenden Überschallknalls reduzieren soll: 75 Dezibel, so viel wie das Schließen einer Autotür, gibt Lockheed Martin als Ziel heraus. Statt lautem Knall also nur ein leis-dumpfes Schlagen.

"Mit dem X-59 wird es auch weiterhin mehrere Schockwellen wegen der Flugzeug-Tragflächen geben", sagt Ed Haering, Luftfahrtingenieur der Nasa. Die Form des Flugzeuges sei jedoch so abgestimmt, dass sich diese Schockwellen nicht kombinieren.

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Besonderheiten des X-59-Flugzeugs

"X-59 QueSST" lautet die Bezeichnung des Prototyps. Mit "X" bezeichnet die Nasa eine Reihe von Experimentalflugzeugen, von denen die meisten jedoch über den Prototyp-Status nicht hinauskommen. Das "QueSST" steht als Abkürzung für das Ziel des Flugzeug-Prototypen: "Quiet Supersonic Technologie" – "leise Überschall-Technologie". Fertiggestellt soll das "X-59" dann in einer Höhe von 17 Kilometern bis zu 1512 Stundenkilometer schnell fliegen, also theoretisch die Luftlinie Hamburg-München in rund einer halben Stunde schaffen.

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Bislang gab es nur Computermodelle und Tests einzelner Teile in Windtunneln. Ab Ende November will die Nasa Kampfflugzeuge, die das Schallprofil des „X-59“ imitieren sollen, über das texanische Galvaston fliegen. 500 Einwohner der Stadt am Golf von Mexiko dokumentieren dann was sie gehört haben. Zudem sollen Audiosensoren in der Stadt die Lautstärke auswerten. „Wir werden nie genau wissen, was jeder gehört hat“, sagt Alexandra Loubeau von der Nasa. Aber man wolle zumindest einen Eindruck von der Geräusch-Bandbreite bekommen. Die Lage der Stadt am Golf erlaubten Flüge über Land und Meer.

Reisen mit dem Flugzeug in der halben Zeit

Lockheed Martin ist zuversichtlich, dass das X-59-Konzept die Luftfahrt völlig verändern werde: „Dies würde den Flugzeugherstellern die Tür zu einem völlig neuen globalen Markt öffnen, der es den Passagieren ermöglicht, in der Hälfte der heutigen Zeit überallhin in der Welt zu reisen“, teilt das Unternehmen mit. Der Jungfernflug ist bis Ende 2021 geplant.

Von RND/gum

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