Der erste interstellare Asteroid

So könnte er aussehen: Der Asteroid „Oumuamua“ auf einer künstlerischen Darstellung. Der 400 Meter lange Brocken war Millionen Jahre durchs Weltall zu uns unterwegs.

So könnte er aussehen: Der Asteroid „Oumuamua“ auf einer künstlerischen Darstellung. Der 400 Meter lange Brocken war Millionen Jahre durchs Weltall zu uns unterwegs.

München. „Sputnik“ schlägt Alarm: Wird die Erde in 19 Jahren von dem Asteroiden „Apophis“ ausgelöscht? Mit einem Durchmesser von 300 Metern könnte der Koloss unseren Planeten zerschmettern, schreibt das russische Nachrichtenportal. Die Angst vor der Apokalypse ist immer für eine Schlagzeile gut. Wissenschaftler scheren sich dagegen wenig um den Brocken, der bisher gar nicht auf Kollisionskurs ist. Begeisterung löst bei Experten dagegen derzeit ein anderer Asteroid aus: Er heißt „Oumuamua“, was so viel wie „Bote aus der Ferne“ bedeutet.

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„Oumuamua“ ist bereits am 19. Oktober mit dem Pan-Starrs1-Teleskop auf Hawaii entdeckt worden. Asteroiden sind keine ungewöhnlichen Himmelskörper, allein in unserem Sonnensystem bewegen sich Milliarden auf Umlaufbahnen um die Sonne, die allermeisten in der großen Lücke zwischen Mars und Jupiter. Trotzdem ist „Oumuamua“ eine Sensation: Denn er ist der erste jemals von Astronomen beobachtete Asteroid, der aus einem anderen Sonnensystem stammt. Er kommt aus der Richtung, wo heute der Stern Wega im Sternbild Leier leuchtet. Vermutlich zieht er seit mehreren Hundert Millionen Jahren seine Bahn durch unsere Galaxis, die Milchstraße.

Kosmische Strahlung färbte die Oberfläche dunkelrot

„Oumuamua“ ist so einzigartig, dass die Internationale Astronomische Union, die für die Benennung und Klassifizierung von Himmelsobjekten zuständig ist, extra eine neue Kategorie für ihn eingerichtet hat: Er ist ein Asteroid der Kategorie I – wobei I für interstellar steht.

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Einmalig ist auch seine Form: Er ist nur etwa 40 Meter breit, aber 400 Meter lang, und rotiert innerhalb von 7,3 Stunden einmal um seine Achse. Vermutlich hat die kosmische Strahlung seine Oberfläche dunkelrot gefärbt. Experten vermuten, dass er aus Gestein mit einem hohen Metallanteil bestehen könnte.

Die Freude der Forscher ist übrigens ungetrübt von Katastrophenpanik: „Oumuamua“ befindet sich bereits wieder auf dem Weg in die dunklen Tiefen des Alls.

Von Udo Harms/RND

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