Geflügelpest: Erste Fälle bei Wildvögeln in Norddeutschland nachgewiesen

Der Geflügelpest-Erreger ist bei einem Wildvogel im Kreis Spree-Neiße nahe der polnischen Grenze nachgewiesen worden.

Die Geflügelpest wurde bei einer Wildente in Hamburg, einem Mäusebussard in Mecklenburg-Vorpommern und verschiedenen Wildvögeln in Schleswig-Holstein nachgewiesen.

Kiel/Hamburg. Bei mehreren Wildvögeln in Norddeutschland ist die Geflügelpest aufgetreten. Wie das Bundeslandwirtschaftsministerium am Samstag mitteilte, wurde die Krankheit bei einer Wildente in Hamburg, einem Mäusebussard in Mecklenburg-Vorpommern und verschiedenen Wildvögeln in Schleswig-Holstein nachgewiesen. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) habe dies am Freitag bestätigt. „Bisher handelt es sich nur um einzelne Fälle“, betonte das Ministerium.

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Das Landwirtschaftsministerium in Kiel und die Hamburger Verbraucherschutzbehörde hatten bereits am Freitag über die Fälle in Hamburg und Nordfriesland informiert. Nun müssen die Geflügelhalter im Kreis Nordfriesland ihre Bestände in Ställen unterbringen.

Menschen sollen tote Vögel nicht anfassen

Geflügelhalter sind aufgefordert, Vorsorge zu betreiben und ihre Bestände zu beobachten, mahnte das Bundeslandwirtschaftsministerium. Über konkrete Maßnahmen entschieden die Behörden vor Ort. Für den Handel bestünden mit dem Ausbruch der Geflügelpest bei Wildvögeln keine Beschränkungen. Nachgewiesen worden seien die Virustypen H5N8 und H5N5. Bisher sei keine Übertragung dieser Typen auf Menschen bekannt, dennoch sollten tote Vögel nicht angefasst werden. „Grundsätzlich sind die generellen Hygiene- und Schutzmaßnahmen beim Umgang mit Geflügel und Wildvögeln konsequent einzuhalten“, teilte das Ministerium mit.

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In Hamburg wurden die Halter in der Umgebung des Fundortes einer infizierten Wildente informiert. Das Monitoring zur Erkennung der Geflügelpest in Hamburg sei verstärkt worden. Weitere Schutzmaßnahmen seien aktuell nicht notwendig, hieß es. Polizisten hätten die infizierte Ente am Donnerstag gefunden. Das Tier habe einen verletzten Eindruck gemacht und sei eingeschläfert worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut habe bestätigt, dass es sich um das Geflügelpest-Virus H5N8 handele.

Geflügelpest auch in den Niederlanden bei Höckerschwänen nachgewiesen

Die Vogelgrippe ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Sie kann bei Hausgeflügel mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen verlaufen und dem Friedrich-Loeffler-Institut zufolge auch auf den Menschen übertragen werden. Nach Angaben der Hamburger Verbraucherschutzbehörde wurden solche Fälle aber bislang weltweit nicht nachgewiesen.

Vor wenigen Tagen war in den Niederlanden die Geflügelpest bei Höckerschwänen nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut hatte Anfang Oktober erklärt, mit dem Herbstzug der Vögel sei ein hohes Risiko für das Einschleppen hochansteckender Vogelgrippe-Viren nach Deutschland zu erwarten. Die Experten mahnten zu erhöhter Wachsamkeit gegenüber Wildvögeln, die krank oder tot gefunden werden.

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„Die Seuchenexperten des FLI hatten uns ja gewarnt, dass die Vogelgrippe auf dem Vormarsch ist. Nun ist es soweit und wir haben den ersten Fund. Das ist ein Grund zur Sorge, aber kein Anlass zur Panik“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD). Im Sommer war das Vogelgrippegeschehen laut Friedrich-Loeffler-Institut mit letzten Ausbrüchen in Bulgarien und Ungarn in Europa zunächst zum Erliegen gekommen.

RND/dpa

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