„Bugs matter“

Viel weniger tote Insekten an Nummernschildern: Für britische Forscher ist die Entwicklung „erschreckend“

Laut einer Untersuchung in Großbritannien ist die Zahl der Insekten in dem Land drastisch zurückgegangen.

Die Zahl der Insekten in Großbritannien ist in den vergangenen 18 Jahren offensichtlich deutlich zurückgegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Organisation Bugs Matter zusammen mit dem Kent Wildlife Trust, an der Hunderte freiwillige Bürgerinnen und Bürger beteiligt waren. Diese zählten im Sommer 2021 nach Autofahrten tote Insekten an ihren Nummernschildern.

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Studie untersucht das „Windschutzscheibenphänomen“

Die erhobenen Daten wurden mit den Ergebnissen einer Untersuchung aus dem Jahr 2004 verglichen. Das Ergebnis: In England wurde ein Rückgang von 65 Prozent gemessen, Wales verzeichnete 55 Prozent und Schottland 28 Prozent weniger gezählte Tiere.

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Die britische Umfrage ist an das sogenannte „Windschutzscheibenphänomen“ angelehnt. Es beschreibt den Eindruck vieler Menschen, deutlich weniger tote Insekten an ihren Windschutzscheiben vorzufinden als früher. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie zählten die toten Insekten anhand einer am Nummernschild angebrachten Schablone, dem sogenannten „Splatometer“. Mithilfe einer App wurden die Anzahl der Fahrten und der zerquetschten Tiere aufgezeichnet.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass noch weitere Untersuchungen zum Rückgang von Insekten nötig sind, da die Daten unter anderem durch Wetterbedingungen verzerrt werden könnten. Da die Untersuchung bisher nur zweimal durchgeführt wurde, könne es auch sein, dass es sich um ungewöhnlich gute oder schlechte Jahre gehandelt habe, was die Lebensbedingungen für Insekten angeht. Die Untersuchung soll deshalb schon in diesem Sommer erneut durchgeführt werden.

34 Prozent weniger Insekten innerhalb eines Jahrzehnts

Trotz dieser Unsicherheiten nennen die Urheber die Ergebnisse in ihrer Zusammenfassung „erschreckend“. Sie deuteten darauf hin, dass die Zahl der fliegenden Insekten innerhalb eines Jahrzehnts um durchschnittlich 34 Prozent abgenommen habe, sagte Matt Shardlow, einer der Autoren, der britischen Zeitung „The Guardian“.

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Die Ergebnisse decken sich auch mit weiteren Studien zum Insektenrückgang. Bei einer ähnlichen Untersuchung, die in Dänemark zwischen 1997 und 2017 jedes Jahr durchgeführt wurde, wurde eine Abnahme der Populationen um sogar 80 Prozent gemessen. Der Rückgang ist deshalb besorgniserregend, weil Insekten für den Erhalt der Umwelt von enormer Bedeutung sind: Sie bestäuben Pflanzen, bekämpfen Schädlinge und sind eine wichtige Nahrungsquelle für eine Vielzahl anderer Tierarten.

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