Kälteperiode in der Stratosphäre sorgt für starken Ozonabbau am Nordpol

Die Ozonschicht über der Arktis ist im Jahreszyklus immer um diese Jahreszeit besonders dünn.

Die Ozonschicht über der Arktis ist im Jahreszyklus immer um diese Jahreszeit besonders dünn.

Jülich. Die Ozonschicht über dem Nordpol ist in diesem Winter überdurchschnittlich stark geschwunden. Grund dafür seien besonders niedrige Temperaturen in einer hohen Luftschicht, der Stratosphäre, und ein stabiler Polarwirbel, teilte das Forschungszentrum Jülich am Donnerstag mit.

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Temperaturanstieg bremst Ozonabbau

Demnach sei der Ozongehalt über die vergangenen drei Monate stetig gesunken und liege Anfang März nun gut 18 Prozent niedriger als in Wintern ohne besondere Wettereinflüsse. Gegenwärtig bestehe wegen des noch niedrigen Sonnenstands jedoch keine Gefahr durch hohe UV-Strahlung.

Das Eis schmilzt und der Meeresspiegel steigt: Die Erderwärmung hat massive Auswirkungen auf Eismassen und Ozeane.

Derzeit steht die Sonne über dem Nordpol noch relativ niedrig, sodass die UV-Strahlung nicht allzu groß ist.

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Wenn es zu warm wird für diese ozonzerstörenden Prozesse, ist der Spuk schnell wieder vorbei.

Rolf Müller, Stratosphärenforscher des Forschungszentrums Jülich


Die Ozonschicht über der Arktis ist im Jahreszyklus immer um diese Jahreszeit besonders dünn. Sie wird sich nach Angaben der Jülicher Stratosphärenforscher Jens-Uwe Grooß und Rolf Müller aber schon bald wieder erholen. “Wenn es zu warm wird für diese ozonzerstörenden Prozesse, ist der Spuk schnell wieder vorbei”, sagte Müller. Sobald die Temperaturen in den nächsten Tagen oder Wochen steigen, werde der Ozonabbau gestoppt und die Messwerte normalisierten sich.

Ozonloch über der Antarktis wird kleiner

Einen noch stärkeren Ozonabbau als derzeit hatte es den Angaben zufolge im letzten Jahrzehnt nur im Winter 2015/16 gegeben. Auch damals war eine Kälteperiode die Ursache.

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Die Produktion der ozonzerstörenden FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) ist seit Langem verboten. Dennoch sei bislang in der Arktis noch kein deutlicher Trend zur Erholung zu erkennen, sagte Müller. Die Lebensdauer der FCKW betrage 50 bis 100 Jahre. Langfristig sei mit einer Erholung zu rechnen – in ganz grob 50 Jahren, falls die Produktion ozonzerstörender Stoffe nicht wieder zunehme, sagte Müller.

Das Ozonloch über der Antarktis, dessen Entdeckung 1985 zur Verabschiedung des Montreal Protokolls und damit zum schrittweisen Verbot der FCKW geführt hatte, scheint sich langsam zu schließen. 2019 war es so klein wie seit rund 30 Jahren nicht mehr.

RND/dpa

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