Auch bei milderen Verläufen

Oxford-Studie: Hirnschäden und geringeres Gehirnvolumen nach Corona-Erkrankung

Welche Auswirkungen eine Corona-Infektion auf das Gehirn von Betroffenen hatte, haben Forschende aus Oxford in einer neuen Studie veröffentlicht. Demnach zeigen sich Hinweise auf Hirnschäden und ein kleineres Gehirn.

Welche Auswirkungen eine Corona-Infektion auf das Gehirn von Betroffenen hatte, haben Forschende aus Oxford in einer neuen Studie veröffentlicht. Demnach zeigen sich Hinweise auf Hirnschäden und ein kleineres Gehirn.

Eine neue Studie von Forscherinnen und Forschern aus Oxford gibt deutliche Hinweise auf Unregelmäßigkeiten im Gehirn durch eine Covid-19-Erkrankung. Die Studie wurde am Montag vorab veröffentlicht und erscheint in der Fachzeitschrift „Nature“. Drei signifikante Effekte konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler feststellen: Erstens entdeckten sie eine geringere Dicke der sogenannten grauen Substanz und einen geringeren Gewebe­kontrast in Hirnarealen, die für das Erkennen und Erinnern zuständig sind. Die graue Substanz wird umgangssprachlich auch als „graue Zellen“ bezeichnet und wird vor allem mit Intelligenzleistung und Wahrnehmungsprozessen in Verbindung gebracht.

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Außerdem fanden die Forschenden Hinweise für Gewebeschäden in Hirnregionen, die mit dem primären olfaktorischen Kortex – also dem Geruchssinn – verbunden sind. Der dritte signifikante Effekt bezieht sich auf die stärkere Verringerung der Gesamtgröße des Gehirns – im Schnitt war das Gehirn der Covid-19-Erkrankten zwischen 0,2 und bis zu 2 Prozent kleiner als von Mitgliedern der Kontrollgruppe. Selbst in leichten Fällen zeigten Patienten und Patientinnen eine Verschlechterung der Hirnfunktionen, die für Konzentration und Orga­nisation zuständig sind.

Als Grundlage der Studie dienten die gemessenen Gehirnveränderungen von insgesamt 785 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwischen 51 und 81 Jahren mithilfe zweier Hirnscans. Auch kognitive Tests wurden durchgeführt. Zwischen dem ersten und zweiten Scan hatten sich 401 Studienteilnehmende mit dem Coronavirus infiziert, die Kontrollgruppe ohne Covid-19-Erkrankung umfasste 384 Personen.

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Zwischen der Diagnose und dem zweitem Scan lagen durchschnittlich 141 Tage. Für die erkrankten Studienteilnehmenden lagen ebenfalls Bildgebungsdaten vor, die vor der Infektion erstellt worden waren. Dadurch ist es unwahrscheinlich, dass bestehende Risikofaktoren als Auswirkungen von Covid-19 fehlinterpretiert wurden. Auch ohne die Daten von 15 Proban­den, die im Krankenhaus behandelt worden waren, blieben die Effekte signifikant.

Einschränkungen der Studie

„Unseres Wissens ist dies die erste bildgebende Längsschnittstudie zu Sars-CoV-2, bei der die Teilnehmer zunächst gescannt wurden, bevor sie infiziert waren“, schreiben die Forschenden in ihrer Studie. Außerdem sei es mit 785 Teilnehmenden die bisher größte Gehirnbild­gebungs­studie zu Covid-19.

Doch auch diese Studie und deren Erkenntnisse sind limitiert: Unklar ist etwa, wie schwer die Studienteilnehmenden erkrankt waren – und an welcher Virusvariante. Die Forschenden vermuten, dass Teilnehmende der Studie vorwiegend mit Alpha, aber auch Beta und Gamma infiziert waren. Zudem habe es eine geringe Anzahl an Teilnehmenden mit einem anderen ethnischen Hintergrund als weiß gegeben. Auch Informationen über den Impfstatus liegen nicht vor.

Ob die in der Studie gemessenen nachteiligen Auswirkungen teilweise reversibel sind oder ob sie langfristig bestehen bleiben, muss durch weitere Nachuntersuchungen getestet werden.

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RND/vv

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