Paartherapeut: Wenn sich eine Beziehung anfangs zu perfekt anfühlt, kann das ein Warnzeichen sein

Eine anfangs perfekte Beziehung kann sich nach einiger Zeit als toxisch erweisen.

Eine anfangs perfekte Beziehung kann sich nach einiger Zeit als toxisch erweisen.

Das ist die Traumpartnerin oder der Traumpartner. Er oder sie sieht toll aus, hat einen tollen Job, eine spannende Persönlichkeit und jeder Moment zusammen ist wunderschön und intensiv. Die Chemie ist unglaublich und man hat das Gefühl, den oder die andere schon ewig zu kennen. Er oder sie macht viele Komplimente, man fühlt sich gesehen und man plant schon früh eine gemeinsame Zukunft. Manchmal denkt man sogar, man hätte seinen Seelenverwandten vor sich.

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Große Chemie in toxischen Beziehungen

So oder so ähnlich beginnen fast alle Beziehungsstarts meiner Klientinnen und Klienten. Und meist landen diese dann nicht bei mir, weil die Beziehungen zu großen dauerhaften Love Storys wurden, sondern weil sich solche Anfänge oft zu toxischen Beziehungen entwickeln. Wenn eine Beziehung sich gleich am Anfang zu schön anfühlt, um wahr zu sein, dann ist sie meistens auch nicht wahr. Das ist für viele Menschen nach toxischen Beziehungen eine bittere Erkenntnis.

In diesen Beziehungen gibt es in der Regel eine große Chemie und suchtartige Anziehung. Zwei Magnete, die sich durch Plus- und Minuspol extrem zueinander hingezogen fühlen. Aber alle Extreme können eben genauso schnell in eine andere Richtung abdriften. Wo es große Highs gibt, ist der nächste Absturz nicht weit. Wenn wir die Beziehung schnell vorantreiben und extrem idealisieren, kann es nur zu Enttäuschungen kommen. Denn am Anfang ist vor allem der Phantasiemodus eingeschaltet, da wir unser Gegenüber ja noch gar nicht kennen.

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Auch stabile Beziehungen fühlen sich gut an

Oft werden wir von jetzt auf gleich in die Realität zurückgeholt werden, weil zum Beispiel der oder die andere sich auf einmal kaum noch meldet oder im Hintergrund noch eine dritte Person involviert ist. Dann ist die Liebessucht durch das High am Anfang aber schon so groß, dass wir kaum noch den Absprung schaffen, weil wir in der Phantasievorstellung von dieser perfekten Beziehung, die es wahrscheinlich nie war, weiterleben wollen.

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Im Umkehrschluss heißt das nicht, dass sich eine stabile und sich gesund entwickelnde Beziehung nicht gut anfühlt. Natürlich sollte es sich am Anfang richtig gut anfühlen und richtig verknallt sein sollte man auch. Aber bei diesen Beziehungsstarts fühlt sich alles ein wenig entspannter an. Man ist in der Lage, sein Leben weiter zu führen. Man kann arbeiten, Freunde und Freundinnen treffen und den Haushalt schmeißen und ist nicht Rund um die Uhr mit dem Partner oder der Partnerin beschäftigt.

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Das dramafreie Beziehungsleben schätzen

Auch eine gewisse Fremdheit ist durchaus ein gutes Zeichen. Wenn es keine Wunderanziehung gibt oder die oder der andere nicht die alten Muster bedient fühlt es sich natürlich erstmal ungewohnter und neu an. Wie bei allem im Leben ist der Mittelweg oft der Königsweg. Wir sollten eine Partnerin oder einen Partner und eine Beziehung nicht zu sehr idealisieren, aber sie auch nicht abwerten. Wenn man sich langsam kennenlernt, sich gemeinsam entwickelt und das ruhige, dramafreie Beziehungsleben schätzt, dann ist das ein sicheres Anzeichen dafür, dass man auf einem guten Weg hin zu einer gesunden Beziehung ist.

Der Autor und seine Kurse sind zu erreichen über www.liebeschip.de. Sein drittes Buch „Die neue Dimension der Liebe“ ist bereist vorbestellbar und ab 11.4. überall erhältlich.

In der Kolumne „Auf der Couch“ schreiben wechselnde Experten zu den Themen Partnerschaft, Achtsamkeit, Karriere und Gesundheit.

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