Papa allein zu Haus

Auf die Schnute: Was Mama kann, kann Papa auch.

Auf die Schnute: Was Mama kann, kann Papa auch.

Hannover. Ist das Kind auf der Welt, steigen viele Väter für zwei Monate aus dem Berufsleben aus. Anschließend arbeiten sie mehrheitlich Vollzeit, während die Frau auf Teilzeit reduziert. Bei Buchautor Arne Ulbricht und seiner Frau war das anders. Während sie in leitender Funktion in einem großen Unternehmen arbeitet, ist er als Lehrer in Teilzeit tätig und kümmert sich um die Kinder. Ulbricht darüber, wie ihn die Zeit zu Hause geprägt hat:

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Ihre Frau arbeitet Vollzeit, Sie in Teilzeit. Wie haben Sie das finanziell geregelt?

Die großen Posten wie Miete und Reisen wurden schon immer von ihrem Konto abgebucht. Und wenn wir mit den Kindern unterwegs sind, zahlt auch meist sie. Oft ist es dann so, dass ich die Rechnung bekomme. Früher fand ich das blöd, später lustig – mittlerweile ist es mir egal.

Sie schreiben, dass jeder das können müsste: zu Hause für die Kinder da sein. Glauben Sie nicht, dass es Paare gibt, die mit dieser Aufteilung nicht klarkommen?

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Klar gibt es potenziell Männer – und auch Frauen –, die mit der Kinderbetreuung überfordert sind. Aber mich hat es immer aufgeregt, wenn andere zu mir gesagt haben: „Toll, Arne, Ich könnte das nicht.“ Denn was gibt es daran zu können? Es geht doch darum, ein traditionelles Rollenmuster zu überwinden. Und Männer können alles, was Frauen können – außer stillen.

Mit welchen dummen Sprüchen wurden Sie konfrontiert?

Es gibt immer wieder Momente, in denen wir das Gefühl haben, wir müssen unser Lebensmodell verteidigen. Einer der dümmsten Sprüche ist: „Vermisst deine Frau die Kinder denn nicht?“ So etwas würde man einen Mann in Vollzeit niemals fragen. Und es unterstellt, dass meine Frau eine Rabenmutter ist. Als meine Frau im Bewerbungsverfahren stand, wurde sie auch direkt gefragt: „Schaffen Sie das denn mit den Kindern zu Hause?“ Auch diese Frage wäre bei Männern undenkbar. Und vor allem von älteren Frauen höre ich oft: „Jetzt sehen Sie mal, was wir geleistet haben!“ Da muss ich ganz brutal sagen: Nein! So ist das nicht. Wenn ich ehrlich bin, bringt mir das sehr viel Spaß und die Zeit zu Hause ist entspannt – wenn die Kinder gesund sind.

Wie haben Ihre Kinder den Rollentausch kommentiert?

Die haben da nie groß was zu gesagt, für sie war das immer so. Sie kennen es ja nicht anders. Auch von den Freunden kam da nie was. Kinder sind da sehr offen.

Welchen Tipp haben Sie für Väter?

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Grundsätzlich: Ich wünsche mir, dass junge Eltern das überhaupt als Option sehen. Und als Tipp würde ich weitergeben: Lasst eure Frauen arbeiten und macht so viel wie möglich alleine mit euren Kindern. Man ist keine bessere Mutter, aber auch keine schlechtere.

Arne Ulbricht: „Mama ist auf Dienstreise – Wenn Eltern die Rollen tauschen“. V & R Verlag, 158 Seiten, 15 Euro.

Arne Ulbricht: „Mama ist auf Dienstreise – Wenn Eltern die Rollen tauschen“. V & R Verlag, 158 Seiten, 15 Euro.

Von Julia Kirchner/RND

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