Übernahme

900 Solvay-Mitarbeiter in der Region wechseln zu Abbott

Der US-Pharmakonzern Abbott hat die Übernahme des Arzneimittelgeschäfts seines belgischen Konkurrenten Solvay vollzogen. Als Folge der 4,5 Milliarden Euro teuren Akquisition wechseln insgesamt rund 900 Mitarbeiter aus der Deutschland-Zentrale von Solvay in Hannover und dem Neustädter Werk zum neuen Eigentümer. „Wir sind sehr zuversichtlich“, sagte die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Gabriele Zielke am Dienstag. Ein Stellenabbau zeichne sich nicht ab.

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Solvay hat seine Pharmasparte abgegeben, um sich ganz auf das Chemie- und Plastikgeschäft zu konzentrieren. Abbott wolle mit der Übernahme in erster Linie sein schwächelndes Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten stärken, hieß es. Die Amerikaner hätten nun die komplette Kontrolle über neue Medikamente und könnten damit die Abhängigkeit von ihrem Arthritis-Mittel Humira vermindern. Solvay und Abbott hatten bereits in der Vergangenheit bei der Entwicklung von Präparaten wie dem Cholesterinsenker Tricor und Trilipix zusammengearbeitet.

Darüber hinaus biete die Akquisition die Möglichkeit, die Präsenz in spezialisierten Märkten zu erhöhen, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, in der Neurowissenschaft und der Gastroenterologie, teilte Abbott mit. Außerdem könne man künftig Therapien zur Behandlung hormoneller Störungen bei Frauen und Männern sowie Verdauungsstörungen (exokrine Pankreasinsuffizienz) anbieten. Im Werk in Neustadt wird das Medikament Kreon hergestellt, ein Verdauungsmittel auf Enzymbasis. Dort sind nach der Verlagerung kleinerer Produktionslinien noch 250 Mitarbeiter tätig.

„Durch den Zusammenschluss der pharmazeutischen Geschäftsaktivitäten können wir eine marktführende Position in wichtigen Schwellenländern erzielen“, erklärte der Chef der Abbott-Pharmasparte Olivier Bohuon. Der Konzern beschäftigt weltweit mehr als 83 000 Mitarbeiter und verkauft seine Produkte in rund 130 Ländern. In Deutschland hat Abbott 5200 Mitarbeiter, neben seinem Hauptsitz in Wiesbaden an den Standorten in Ludwigshafen, Wetzlar, Rangendingen und Ettlingen.

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Abbott ist neben dem Pharmageschäft auch in den Bereichen Diagnostik, Medizintechnik und Ernährung aktiv. Mit einem Umsatz von knapp 30 Milliarden Dollar (rund 21 Milliarden Euro) im Jahr 2008 rangiert der Konzern unter den 15 größten Pharmaunternehmen weltweit. Auf diesen Bereich entfallen rund die Hälfte der Erlöse. Durch die Akquisition der Solvay-Sparte soll der Umsatz des Konzerns in diesem Jahr um rund 2,9 Milliar­den Dollar steigen. Außerdem will der Konzern die Investitionen in Forschung und Entwicklung um rund 500 Millionen Dollar erhöhen.

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