Stadtwerke Hannover

Enercity will Gewinn bis 2025 verdoppeln

Enercity-Chefin Susanna Zapreva will mit neuen Service-Angeboten neue Kunden gewinnen.

Enercity-Chefin Susanna Zapreva will mit neuen Service-Angeboten neue Kunden gewinnen.

Hannover. Die Stadtwerke Hannover gewinnen erstmals seit der Öffnung der Energiemärkte wieder mehr Kunden als sie verlieren. Dank neuer Tarife, stabiler Preise und einer stärkeren Verbraucherorientierung sei es im vergangenen Jahr gelungen, die Abwanderung zur Konkurrenz zu stoppen, sagteVorstandschefin Susanna Zapreva bei der Vorlage von ausgewählten Geschäftszahlen: „Wir haben die Trendwende geschafft.“

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Seit dem Amtsantritt von Zapreva vor knapp zwei Jahren haben die Stadtwerke nicht mehr an der Preisschraube gedreht. Während andere Versorger in der Zwischenzeit als Reaktion auf die Märkte ihre Strompreise erhöht und ihre Gastarife gesenkt haben, sind beide bei Enercity unverändert geblieben. Es wurden jedoch neue Tarife eingeführt - so können Verbraucher beispielsweise direkt am Auf und Ab der Notierungen an der Strombörse teilnehmen.

Bei den Stromkunden habe man vor allem in der Region Hannover zugelegt, sagte Zapreva. Bei Vergleichsportalen im Internet wirbt inzwischen auch Enercity mit hohen Boni für sich. Andere Stadtwerke in der Region nehmen den großen Konkurrenten dennoch nicht als Bedrohung wahr: Die Kundenverluste in Richtung Enercity hielten sich in sehr engen Grenzen, hieß es auf Anfrage.

Für die nächsten Jahre verfolgt das Unternehmen ehrgeizige Wachstumsziele: Bis zum Jahr 2025 soll sich nicht nur die Zahl der Kunden verdoppeln, sondern auch der operative Ertrag. Im vergangenen Jahr verringerte sich der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) zwar um rund 4 Prozent auf 104,5 Millionen Euro, angesichts der  höhereen Abschreibungen sei man damit aber sehr zufrieden, sagte Finanzvorstand Marc Hansmann. Vor allem die Bilanzbereinigung nach dem  Verkauf des Kraftwerks Mehrum habe sich hier niedergeschlagen. Unter dem Strich stagnierte das Ergebnis bei knapp 78 Millionen Euro bei einem Umsatz von 2,1 Milliarden Euro (plus 5,3 Prozent).

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Unter ihrem neuen Namen Enercity AG wollen sich die Stadtwerke mittelfristig vom reinen Versorger zu einem Dienstleister wandeln und ihre Stromerzeugung zur Hälfte auf erneuerbare Energien umstellen  -aktuell liege der Anteil bei rund 18 Prozent, hieß es. Dank der Übernahme des Windparkbetreibers Ventotec werde sich der Anteil im laufenden Jahr verdoppeln, obwohl Enercity die Beteiligung an der Husumer Windkraft Nord verkauft hat, weil diese nicht in die eigene Strategie passt, wie es hieß. Die Windkraftkapazität im Konzern steige insgesamt von 90 auf 308 Megawatt.

Zulegen soll darüber hinaus das Contracting-Geschäft – also der Bau und Betrieb von Energieanlagen für Dritte. Der Treiber dafür ist die Tochter Danpower in Potsdam, die sich auf dezentrale Energieversorgung spezialisiert hat. Nach der Übernahme von weiteren 15 Prozent ist die Gesellschaft jetzt komplett im Besitz der Stadtwerke. „Damit verbessern wir unsere strategische Position im Contracting-Markt, wo wir zu den größten Anbietern in Deutschland gehören“, sagte Zapreva.

Im laufenden Jahr sollen die Investitionen um weitere 30 bis 40 Prozent zulegen, nachdem sie bereits 2017 um die Hälfte auf knapp 134 Millionen Euro gestiegen sind. Den operativen Gewinn will Zapreva um ein Viertel auf knapp 100 Millionen Euro steigern.

Von Jens Heitmann

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