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Konjunktur in Niedersachsen

IHK erwartet 40.000 neue Jobs

Die Auftragslage in den Firmen ist noch gut.

Die Auftragslage in den Firmen ist noch gut.

Hannover. Noch profitiert die niedersächsische Wirtschaft von der hohen Nachfrage im Inland sowie steigenden Investitionen in Anlagen und Gebäude – doch die Erwartungen an künftige Geschäfte sind spürbar gesunken. Der Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer Niedersachsen (IHK) ist zum Jahresende das vierte Mal in Folge auf jetzt 112 Punkte gesunken. Damit liege das Barometer, das auf einer Umfrage bei rund 2000 Firmen beruht, immer noch über dem langjährigen Durchschnitt von 107 Punkten, sagte Hauptgeschäftsführer Horst Schrage am Freitag: „Aber die Wirtschaft ist schon mit sehr viel Skepsis unterwegs.“

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Dennoch rechnet die IHK für das laufende Jahr für Niedersachsen mit einem Wachstum von einem Prozent und 40.000 neuen Arbeitsplätzen. Diese Prognose stehe allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich ein abrupter Abschied Großbritanniens aus der Europäischen Union vermeiden lasse und es für den Handelsstreit zwischen den USA und China eine glimpfliche Lösung gebe, sagte Schrage. Schon ein harter Brexit könne das Wachstum um ein Drittel geringer ausfallen lassen.

Die Unternehmen hätten jedoch ihr Engagement auf der Insel bereits seit dem positivem Votum der Briten für den EU-Aussstieg 2016 zurückgefahren, hieß es. Aktuell sind dort etwa 200 niedersächsischen Firmen mit eigenen Niederlassungen vertreten, auf der Liste der Handelspartner rangiert das Vereinigte Königreich hinter den USA, Frankreich und China auf Platz vier. Schon aus dieser Rangfolge werde deutlich, dass die von US-Präsident Donald Trump für März angedrohten neuen Strafzölle im Volumen von 250 Milliarden Dollar gegen die Volksrepublik noch stärkere Auswirkungen auf die hiesige Wirtschaft haben könnten als ein unkontrollierter Brexit, sagte Schrage.

Dieses Schreckensszenario steht in starkem Kontrast zur aktuellen Konjunktur. Auch im vierten Quartal 2018 bezeichneten wie in drei Monaten zuvor 39 der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, 53 Prozent der Firmen zeigten sich zufrieden und nur 8 Prozent bewerteten die Entwicklung negativ. Die Auftragseingänge hätten sich nach dem Einbruch im Herbst wieder erholt, hieß es. Seinerzeit hatten Probleme bei der Einführung des neuen Abgasprüfverfahrens WLPT in der Autoindustrie für einen Dämpfer gesorgt. „Dieser Einbruch scheint tatsächlich nur temporär“, sagte Schrage.

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In der Industrie insgesamt hat der IHK-Umfrage zufolge das Wachstumstempo zwar nachgelassen, die Auftragsbücher aber füllten sich weiterhin – folglich sei die Branche zu weiteren Investitionen und zur Einstellung neuer Mitarbeiter bereit. Auch in der Chemie und in der Elektrotechnik sei die Lage gut, hieß es. Als größter Hemmschuh gelte der Mangel an Fachkräften, jedes zweite Unternehmen benötige inzwischen mehr als sechs Monate, um eine freie Stelle zu besetzen. Die Geschäfte in der Baubranche liefen mehr als rund, sagte Schrage, der stationäre Einzelhandel hingegen leide verstärkt unter der Online-Konkurrenz.

Mit Blick auf die nächsten Monate zeigt sich die niedersächsische Wirtschaft zunehmend vorsichtig. Nur noch 16 Prozent der Firmen rechnen für das laufende Jahr mit einem günstigen Geschäftsverlauf, das sind 3 Prozentpunkte weniger als im Vorquartal. Der Anteil der Pessimisten ist von 16 auf 21 Prozent gestiegen – knapp zwei Drittel der Unternehmen glauben, dass sich für sie künftig nur wenig verändern wird.

Von Jens Heitmann

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