Konjunktur

Industrie trotz Handelsrisiken noch gut gelaunt

Auch in Niedersachsens  Städten sind derzeit viele Kräne zu sehen – aber nicht nur der Bauwirtschaft geht es derzeit hervorragend. 

Auch in Niedersachsens  Städten sind derzeit viele Kräne zu sehen – aber nicht nur der Bauwirtschaft geht es derzeit hervorragend.

Hannover. Im internationalen Handel nehmen die Streitigkeiten zu, aber Niedersachsens Wirtschaft zeigt sich davon bislang unbeeindruckt. Dafür sprechen jedenfalls die Ergebnisse der neueste Konjunkturumfrage der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern. Den geringfügigen Rückgang des Konjunkturklima-Indikators sollte man nicht überbewerten, meint Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHK Niedersachsen.

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Der IHK-Konjunktur­klimaindikator für das erste Quartal 2018 sank nach den Rekordwerten zu Jahresbeginn leicht um zwei auf 124 Punkte. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage der niedersächsischen Industrie- und Handelskammern bei 1800 Unternehmen. Der stabile Aufschwung halte damit trotz der Sorgen über neue Zölle und sonstige Hemmnisse im internationalen Handel an. „Wir sind positiv überrascht, dass der Indikator seinen hohen Wert fast gehalten hat“, erklärte Schrage.

Die Wirtschaftslage wird von Niedersachsens Unternehmen nunmehr schon seit Jahren überdurchschnittlich gut bewertet – der langjährige Schnitt liegt nur bei 106 Punkten. Die aktuelle Geschäftslage beurteilen nach der neuesten Umfrage 43 Prozent der Unter­nehmen (Vorquartal 46 Prozent) als gut, 51 Prozent sind zufrieden und nur 7 Prozent ( Vorquartal 5 Prozent) sind mit der Lage nicht zufrieden. Auch die Erwartungen an die kommenden Monate sind positiv, unverändert gehen 88 Prozent der Unternehmen von einer stabilen oder besseren Geschäftsentwicklung aus, nur 12 Prozent sind negativ gestimmt. Nicht so gut ist die Laune vor allem bei den Einzelhändlern. Laut Schrage passt dies mit der Beobachtung zusammen, dass auch in den Großstädten die Fußgängerzonen immer leerer werden.

Die Auftragseingange haben sich laut Umfrage in den vergangenen Monaten auf hohem Niveau gehalten, wobei allerdings aus dem Ausland zuletzt weniger Bestellungen eingingen.  Als „sehr erfreulich“ bezeichnete Schrage den Befund, dass nun auch die Investitionen zunehemend in Gang kommen. Seit Mitte 2017 gehe es hier aufwärts, zuletzt sogar „sehr stark“, was vor allem mit geplanten Kapazitätsausweitungen begründet wird. Nach Ansicht des IHK-Hauptgeschäftsführers zeigt dies das Vertrauen in die mittelfristige Entwicklung. „Die Unternehmen sind zur Überzeugung gekommen, dass der Aufschwung dauerhaft ist“.

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Allerdings ist Niedersachsens Wirtschaft nicht sorgenfrei. An die Spitze der Problem-Rangliste hat sich in der neuesten IHK-Umfrage der Fachkräftemangel geschoben. 58 Prozent der Unternehmen nennen ihn nun als eines ihrer fünf größten Risiken. Die Gefahr, dass sich die wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen verschlechtern, wird mit einem Anteil von 46 Prozent schon deutlich weniger häufig genannt. 38 Prozent sorgen sich über die Entwicklung der Arbeitskosten.

Handwerk bleibt optimistisch

 Den meisten Handwerkern im Bezirk der Handwerkskammer Hannover geht es weiterhin hervorragend. Nach der neuesten Umfrage der Handwerkskammer blieb der Geschäftsklimaindex auf dem hohen Niveau von 136 Indexpunkten. Die meisten Konjunkturparameter hätten abermals nach oben gezeigt, berichtete der Hauptgeschäftsführer der Kammer, Peter Karst, bei der Vorstellung des Konjunkturberichts. Allerdings entwickele sich die Beschäftigtenzahl nicht mehr in allen Branchen des Handwerks mit der bisherigen Dynamik, hieß es.

Bestens ist die Stimmung laut Umfrage nach wie vor im Bauhandwerk. Hier machte das Stimmungsbarometer einen Sprung um elf Punkte auf 139 Indexpunkte. Als „sehr erfreulich“ bezeichnet die Kammer ebenso die konjunkturelle Entwicklung im hannoverschen Zulieferhandwerk, wo der Index sogar um 15 Punkte auf 148 kletterte. Weniger gut sieht es demgegenüber im Kfz-Handwerk sowie im Dienstleistungs- und Gesundheitsheitshandwerk aus. Insgesamt seien die Handwerksbetriebe auch für den weiteren Konjunkturverlauf optimistisch, erklärte die Kammer.

Von Albrecht Scheuermann

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