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Stromautobahn von Tennet

Südlink: Stromtrasse soll jetzt doch westlich an Hannover vorbeiführen

Zwei Prototypen für Erdkabel mit drei Adern liegen unter einer Hochspannungsleitung.

Zwei Prototypen für Erdkabel mit drei Adern liegen unter einer Hochspannungsleitung.

Hannover. Der Netzbetreiber Tennet will die Stromautobahn Südlink durch den westlichen Teil der Region Hannover führen. Das Erdkabel soll von Neustadt über Garbsen, Seelze, Gehrden, Ronnenberg und Wennigsen bis Springe führen. Genaue Untersuchungen des Bodens hätten ergeben, "dass diese Trasse die für Mensch und Umwelt am besten geeignete ist", sagte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Bisher hatte Tennet eine östlichere Streckenführung über Burgdorf und Uetze favorisiert.

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Südlink verläuft über 700 Kilometer von Nord- nach Süddeutschland

Die Netzbetreiber Tennet und Transnet-BW haben ihren Vorschlag für den voraussichtlichen Verlauf der Stromtrasse Südlink vorgestellt, der über 700 Kilometer von Nord- nach Süddeutschland verlaufen soll. Die Variante werde jetzt bei der Bundesnetzagentur eingereicht, die am Ende darüber entscheidet. Südlink soll Strom von den Windparks im Norden in die Industriezentren im Süden bringen.

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In den nächsten Wochen wollen die beiden Unternehmen Bürger vor Ort über die Hintergründe der Streckenauswahl informieren. Die Planungen sollen bis 2021 abgeschlossen werden, die für die Energiewende wichtige Nord-Süd-Verbindung soll dann bis 2025 gebaut werden. Dieser Zeitplan sei sehr ambitioniert, sagte Transnet-BW-Chef Werner Götz. Einzuhalten sei er nur, wenn es keine Verzögerung etwa durch Klagen gebe.

„Es ist gut für die Akzeptanz, dass die Trasse jetzt im Gegensatz zu vorher überwiegend unterirdisch verlaufen soll“, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD). Am Grundkonsens für die Trasse dürfe jetzt nicht gerüttelt werden: „Wir wollen die Energiewende und dafür brauchen wir auch den Netzausbau.“

Interaktive Karte: Das ist der geplante Verlauf der Trasse

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Etwa 20 Kilometer der Stromtrasse sollen durch Schleswig-Holstein führen, mit 315 Kilometern bekommt Niedersachsen den Plänen zufolge den längsten Teil der Kabel, die überwiegend unterirdisch verlaufen sollen. Durch Hessen sollen 59 Kilometer führen, 78 durch Thüringen, 135 durch Bayern und 97 Kilometer durch Baden-Württemberg. Die Netzbetreiber betonten, sie hätten sich bei der Auswahl an sachlichen Kriterien wie Wasser- und Artenschutz oder auch Baugebieten orientiert, nicht an politischen Wünschen.

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Die Netzbetreiber betonten, dass sie sich bei der Auswahl der Trasse an Kriterien wie Wasser-, Natur- und Artenschutz oder auch Baugebieten orientiert hätten – und nicht an politischen Wünschen. Insgesamt habe man 150 Kriterien in Betracht gezogen, sagte ein Tennet-Sprecher. Ziel sei es, Menschen, Tiere und Pflanzen möglichst wenig zu beeinträchtigen. Neben Naturschutzgebieten und Mooren wolle man aber auch Autobahnen und Schienen möglichst umgehen – solche Verkehrswege zu kreuzen, sei kompliziert und teuer.

15 Zentimeter dicke Kabel in etwa 1,80 Meter Tiefe

Den Planungen zufolge wollen die Netzbetreiber acht zehn bis 15 Zentimeter dicke Kabel in etwa 1,80 Meter Tiefe in der Erde verlegen. Sie beanspruchen dafür einen etwa 30 Meter breiten Korridor. Hauptsächlich sollen die Kabel unter Feldern verlaufen – die Landwirte fordern dafür eine dauerhafte Entschädigung. Auch das treibt die Preise: Ursprünglich hatten Tennet und Transnet-BW für den Südlink mit Kosten von drei Milliarden Euro gerechnet – dieses Konzept basierte noch auf Freileitungen mit Masten. Die jetzt vorgesehene Erdverkabelung werde mindestens dreimal so viel kosten, hieß es.

Vom 28. Februar an legen die Unternehmen ihre Pläne der Bundesnetzagentur vor. Parallel wollen Tennet und Transnet-BW die Bürger vor Ort über Hintergründe ihrer Streckenauswahl informieren. Es folgt eine Konsultation, während der die Bundesnetzagentur noch einmal Hinweise von Politik und Bürgern entgegennimmt. Über einen ersten Abschnitt eines tausend Meter breiten Korridors will die Behörde voraussichtlich Ende dieses Jahres entscheiden, wie ein Sprecher sagte.

Von Jens Heitmann und Markus Klemm

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