Sorge um Werk in Stöcken

Will VW seine Transporter lieber in der Türkei bauen?

„Die Kooperation mit Ford darf keine Arbeitsplätze gefährden“: In der Region Hannover arbeiten 15 000 Menschen für VWN.

„Die Kooperation mit Ford darf keine Arbeitsplätze gefährden“: In der Region Hannover arbeiten 15 000 Menschen für VWN.

Hannover/Wolfsburg. Die mögliche Kooperation der Marke Volkswagen Nutzfahrzeuge mit Ford sorgt für Unruhe im Transporterwerk Hannover. Teile der Transporterproduktion könnten künftig in das türkische Ford-Werk in der Nähe von Istanbul verlagert werden, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Konzernkreise. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hat sich jetzt zwar für die geplante Kooperation des weltgrößten Autobauers mit Ford ausgesprochen – aber stellt Bedingungen. Die Auslastung im Nutzfahrzeugwerk in Hannover müsse stimmen, betonte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Es muss wirtschaftlichen Nutzen bringen, darf aber natürlich keine Arbeitsplätze gefährden."

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Kosten sollen gespart werden

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der das Land Niedersachsen im Aufsichtsrat des Autobauers vertritt, hat sich in der Angelegenheit bereits an Konzernchef Herbert Diess gewandt. Wie die Staatskanzlei bestätigte, hat Weil in einem Brief seine Sorge um die Auslastung des hannoverschen VWN-Werks zum Ausdruck gebracht. „Die Vertreter der Landesregierung erwarten eine verlässliche Auslastung der niedersächsischen Standorte. Dem Vorstand ist dies auch bekannt“, sagte Weils Sprecherin Anke Pörksen am Sonntag der HAZ.

Im Juni war bekannt geworden, dass Volkswagen und Ford bei der Entwicklung von leichten Nutzfahrzeugen ihre Kräfte bündeln wollen. Gegenseitige Beteiligungen sind aber nicht geplant. Vor allem sollen Kosten in Entwicklung und Produktion gesenkt werden.

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VWN-Chef Thomas Sedran sieht in einer möglichen Partnerschaft mit Ford Vorteile für beide Seiten. „Aus unserer Sicht wäre es für beide Seiten sinnvoll, stärker zusammenzuarbeiten, um am Ende vor allem die Elektrifizierung unserer Flotten zu stemmen.“ Gemeinsam haben VW und Ford in Europa einen Marktanteil von etwa 30 Prozent.

„Die Transporter-Baureihe gehört zu Hannover“

„Wenn es uns hilft bei den Entwicklungskosten und Synergien bei der Zusammenarbeit bedeutet, dann sehen wir das positiv“, meinte auch Osterloh. „Aber die Auslastung muss natürlich da sein in Hannover, sonst können wir dem im Aufsichtsrat nicht zustimmen. Da herrschte übrigens von Anfang an Einigkeit zwischen uns und dem Betriebsrat in Hannover mit seiner Vorsitzenden Bertina Murkovic.“ Murkovic sagte laut Unternehmenskreisen: „Auch wir wollen Erfolg, allerdings nicht, damit das Geld zu den Ohren wieder raus kommt, sondern damit auch noch nachfolgende Generationen hier arbeiten können.“

„Manchen auf der Unternehmensseite muss das vielleicht noch einmal in Erinnerung gerufen werden: Für die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat steht fest, dass die Transporter-Baureihe genauso zu Hannover gehört wie der Golf zu Wolfsburg“, betonte Osterloh.

Keine Anhaltspunkte für weiteren Betrug: Im VW-Abgasskandal haben sich nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums bislang keine Anhaltspunkte für einen Betrug bei Benzinern des Konzerns ergeben. Das teilte die Behörde am Sonntag mit. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sei den bereits bekannten Vorwürfen nachgegangen. Die „Bild am Sonntag“ hatte berichtet, laut Zeugenaussagen in Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft München sollten VW, Audi und Porsche auch bei Benzinern Abgastests manipuliert haben.

Von Thomas Strünkelnberg und Michael B. Berger

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