Schnee: die wichtigsten Fragen und Antworten

Was für uns als eine weiße Masse erscheint, sind eigentlich viele kleine Eiskristalle, die sich miteinander verkettet haben.

Kinder freuen sich auf‘s Schlittenfahren, Skiliebhaber auf einen Ausflug auf die Piste: Für viele gehört Schnee im Winter dazu. Doch was ist Schnee überhaupt, wie entsteht er und warum ist er für das Klima so wichtig? Die wichtigsten Informationen rund um Schnee lesen Sie hier.

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Was ist Schnee und wie entsteht er?

Bei Schnee handelt es sich dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge um festen Niederschlag, der den Boden in Form von einzelnen oder zusammenhängenden Eiskristallen erreicht.

Das passiert, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: Die Luftfeuchtigkeit ist ausreichend hoch, die Temperaturen in Höhe der Niederschlagswolken liegen unter null Grad und es gibt Kristallisationskeime wie zum Beispiel Staubteilchen, erklärt das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ).

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Wie kommen Schneeflocken zustande?

Die feinen Wassertröpfchen gefrieren beim Kontakt mit dem Kristallisationskern zu Eiskristallen. Durch das ständige zusammenballen und verketten der Eiskristalle werden diese Schneekristalle immer größer und auch schwerer – dicke Schneeflocken sinken durch die zunehmende Größe und das Gewicht also zu Boden.

Zwar ist jede Schneeflocke in ihrer Struktur einzigartig, trotzdem haben sie alle eines gemein: Sie weisen immer eine sechszählige symmetrische Struktur auf. Das hängt mit der molekularen Struktur von Wasser zusammen, wie das GFZ erklärt.

Wann und warum fängt es an zu schneien?

Bei uns schneit es in der Regel nur im Winter, doch auch bei höheren Temperaturen um null Grad kann es anfangen zu schneien. Das liegt daran, dass für den Schneefall nicht die Temperaturen in Bodennähe entscheidend sind, sondern die Temperaturen in der Nähe der Niederschlagswolken, erklärt der DWD.

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In Ballungsräumen könne es allerdings auch unerwartet zu Schneefall kommen, weil die industriellen Emissionen den Schneefall begünstigen. Dabei verketten sich Aerosole und Wasserdampf naheliegender Industrieanlagen miteinander und sorgen so dafür, dass es örtlich begrenzt schneit.

Wie viele Arten von Schnee gibt es?

Schnee kann seine Eigenschaften je nach äußeren Einflüssen wie Alter, Temperatur, Sonneneinstrahlung oder dem Aufbau der Schneedecke verändern. Deswegen unterscheiden Expertinnen und Experten zwischen verschiedenen Schneearten:

  • Neuschnee: Innerhalb der letzten 24 Stunden gefallener frischer Schnee, deren Kristallform noch klar erkennbar ist.
  • Altschnee: So wird Schnee bezeichnet, der bereits längere Zeit liegt und deren Eigenschaften wie Struktur, Dichte oder Wasseranteil sich bereits verändert haben.
  • Pulverschnee: Dieser Schnee ist trocken, was bedeutet, dass der noch nicht verfestigt oder verdichtet ist und unter Druck nicht zusammen hält. Die idealen Temperaturen für Pulverschnee liegen zwischen minus zwei und minus zehn Grad.
  • Pappschnee: Als Pappschnee wird feuchter, durchnässter Schnee bezeichnet. Er fällt meist bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und lässt sich gut ballen.
  • Firnschnee: Schnee, der in Hochgebirgslagen seit mindestens einem Jahr liegt, wird Firnschnee bezeichnet. Durch das vielfache Auftauen und Wiedergefrieren wird der Schnee körnig und mit der Zeit entsteht ein milchiges, wasserundurchlässiges Firneis, das mit zunehmendem Druck in Gletschereis übergeht.
  • Gletschereis: Aus Schnee entstandenes Eis, dass sich in Richtung Tal bewegt und dort zerbricht oder schmilzt, wird als Gletschereis bezeichnet. Es tritt in Regionen auf, wo im Jahresmittel mehr Schnee fällt als abtauen oder verdunsten kann. Die sogenannten Nährgebiete sind zum Beispiel die Polarländer.
  • Industrieschnee: Industrieschnee entsteht durch Emissionen und tritt sehr selten und örtlich begrenzt auf. Voraussetzung sind neben Aerosolen und Wasserdampf aus Industrieanlagen besondere Wetterbedingungen wie Nebel.
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Hat Schnee einen Nutzen?

Schnee hat für die Umwelt und das Klima einige wichtige Funktionen: Laut dem GFZ hat Schnee dadurch, dass er die Sonneneinstrahlung stark reflektiert, die Eigenschaft, bis zu 90 Prozent der Sonnenstrahlen zurückzuschicken und so die Erwärmung der Erdatmosphäre zu reduzieren. Denn Schnee ist besonders hell und hat einen hohen „Albedo“, wie die Maßeinheit für Helligkeit in der Fachsprache genannt wird. Da immer größere Flächen von Schnee- und Eismassen schmelzen, verringert sich auch die Fläche mit hohem Albedo. Dies wiederum beschleunigt den Schrumpfungsprozess der vorhandenen Eis- und Schneeflächen.

Schnee ist außerdem ein wichtiger Zwischenspeicher von Wasser. Denn wenn er im Frühjahr nach Monaten wieder schmilzt, füllt er Flüsse und Seen und erneuert die Grundwasserreserven, erklärt das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF. Dies sei für die Stromproduktion, die Trinkwasserversorgung und die Landwirtschaft essentiell.

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