Schimpansen aßen weniger, Gorillas ruhten sich mehr aus

Lockdown im Zoo: Studie untersucht Auswirkungen auf Affen

Während der Corona-Lockdowns waren Zoos für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Das hat sich auch auf das Verhalten der Primaten ausgewirkt.

Während der Corona-Lockdowns waren Zoos für Besucherinnen und Besucher geschlossen. Das hat sich auch auf das Verhalten der Primaten ausgewirkt.

Zoos und Safariparks blieben im Zuge der Corona-Restriktionen teilweise monatelang geschlossen. Das hatte auch Auswirkungen auf das Verhalten einiger Tiere, wie Forschende der Nottingham Trent University herausgefunden haben. In einer Studie untersuchten das Team um Zoologin Samantha Ward, welche Auswirkungen die Schließungen und die anschließenden Wiedereröffnungen von Zoos auf das Verhalten und physiologische Parameter von Primaten hatten.

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Einflüssen von Öffnungen und Schließungen sollten beobachtet werden

Die Forschenden beobachteten dazu vier verschiedene Primatenarten in britischen Zoos: Bonobos, Schimpansen, westliche Flachlandgorillas sowie Anubispaviane. „Primaten gehören zu den kognitiv am weitesten entwickelten Tierarten, die in Zoos gehalten werden“, heißt es in der Studie, die in der Fachzeitschrift „Animals“ erschienen ist. Entsprechend komplex seien auch ihre Interaktionen mit den Besucherinnen und Besuchern.

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Im Zeitraum von April 2020 bis Januar 2021 wurden regelmäßig sowohl physische Tests wie Kot- sowie Proteinproben gemacht als auch Verhaltensbeobachtungen durchgeführt. Auch Daten zur Gehegenutzung wurden erhoben. In dieser Zeit waren die Zoos immer wieder für längere Zeit für Besucherinnen und Besucher geschlossen und wurden dann wieder geöffnet.

Jede Art reagierte unterschiedlich auf die Veränderungen

Wie auch die Menschen haben die Tiere sehr individuell auf die Veränderungen reagiert. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Schließung des Zoos unterschiedliche Auswirkungen auf die Primaten hatte und dass die Schließungszeiten weder ‚negativ‘ noch ‚positiv‘ für alle untersuchten Arten waren“, schreiben die Forschenden.

Allgemein konnten sie in der Studie allerdings beobachten, dass die Schimpansen während der Schließungen weniger aßen und sich nicht so viel mit der Umgebung beschäftigten. Zudem verbrachten die Gorillas und die Bonobos während der Lockdowns mehr Zeit allein und ruhten sich häufiger aus.

Bei den Anubispavianen konnte beobachtet werden, dass sie während des Lockdowns allgemein aggressiver waren. Zudem konnten die Forschenden bei ihnen ein erhöhtes Sexual- und Dominanzverhalten feststellen. Physiologisch konnten die Forschenden bei keiner der untersuchten Arten signifikante Veränderungen beobachten.

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Frühere Erfahrungen könnten das Verhalten ebenfalls beeinflusst haben

Es wird allerdings davon ausgegangen, dass es aufgrund früherer Erfahrungen Unterschiede zwischen den einzelnen Tieren gibt. Die Forschenden streben daher an, in zukünftigen Arbeiten zu untersuchen, welche Auswirkungen individuelle Unterschiede und die Umgebung der Tiere darauf haben, wie die Tiere auf den (fehlenden) Kontakt mit Besucherinnen und Besuchern reagieren.

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